Wer meint, Tribohm, wenn es denn hier zu sehen sein soll, liege im Erzgebirge oder so, der irrt. Trotz etwas trüben Winterwetters ist eines klar zu erkennen: Eine andere, als gerade diese Kirche, wäre fehl am Platze.

Die Kirche ist zwar auf dieser Website ausführlich beschrieben, zur Erinnerung sei wiederholt:

Das Gutshaus von Tribohm in seiner heutigen Gestalt.
Das Gut war immer das wirtschaftliche Zentrum des zeitweilig sehr viel größeren Dorfes. Tribohm besitzt heute ca. 60 Einwohner, im Jahre 1726 sollen es 750, 1835 noch 217 gewesen sein. Über die wechselnden Gutsherrschaften findet man mehr in unserer Geschichtstafel.
Heute heißt die Besitzerin des Gutshauses Sandra Ihrke. Sie hat im Dachgeschoß mehrere Ferienwohnungen eingerichtet, preiswert und sehr zu empfehlen:
Schneckenpost: Gutshaus Tribohm, Zum Gutshaus 4, 18320 Tribohm
Tel/Fax: 038225 51409 bzw. 0173 9837847
E-Mail:

Damit das Urlaubsangebot rund wird:
In den Nebengebäuden des ehemaligen Gutes betreibt Heinz Klawonn einen weit und breit beliebten Reiterhof.
Reiten und Kremserfahrten. Telefon: 038225 30632
Mitten im Ort liegt der verwunschene Mühlenteich, ein vor 800-900 Jahren von Mönchen angelegter Stausee für die heute verschwundene Wassermühle. Man sieht ihm an, daß sich allerlei Getier, wie zum Beispiel die gemeine Mücke, in ihm wohlfühlen kann.
Ach wäre das schön, wenn es nur eine wäre!


Gleich am Ortsrand beginnt ein Naturschutzgebiet, "Pastorbusch" genannt, welches ein langgestrecktes, überraschend tiefes Tal umfaßt, in dem sich der Tribohmer Bach (was ein phantasievoller Name!) in Richtung Gruel an die Recknitz heranmurmelt.
Man sieht, die beiden Bilder sind nicht gleichzeitig entstanden, der Besuch lohnt zu jeder Jahreszeit!

Der Tribohmer Bach sieht nicht schiffbar aus, wird also kaum den Wikingern als Einfalls-Strasse gedient haben. Obwohl ein wahres "Wildwasser", ist er auch für den Kanusport eher weniger geeignet.
Daß dieser Winzling von Bach jahrhundertelang drei industriell genutzte Staustufen im Tribohm-Grueler Bereich versorgt hat, mag man kaum glauben.
Im Pastorbusch findet man furchtbar viele seltene Pflanzen und Tiere. Menschen dagegen kaum.
Eine der wenigen Ausnahmen ist die alljährliche Pfingstwanderung unter Führung von Dr. Stephan.

Bei solcher Umgebung und solchem Wetter übersteht man auch längere Erklärungen! Die sind wegen der reichen frühindustriellen Geschichte dieses Tals, die auf die Zisterzienser zurückgeht, auch vonnöten.
Rechts ein Abschiedsblick:
Dieser Baum hat schon viele Generationen von Menschen erlebt. Er hat Kriege, Hungersnöte, Seuchen aber auch glückliche Zeiten überstanden. Ihn kann wahrhaftig nichts mehr erschüttern.
Ein "Denk mal", wie kurz unsere menschliche Zeit mit ihren ach so wichtigen Problemen bemessen ist.
Unten folgt eine Anregung für die naturliebenden Urlauber (andere werden sich in Tribohm kaum wohlfühlen!):
Die vorgeschlagene Wanderung führt von Tribohm durch das den Tribohmer Bach säumende Naturschutzgebiet nach Gruel, von dort zur "Schwedenschanze" und über Camitz wieder zurück nach Tribohm.


Der Rundgang möge an der Kirche beginnen und enden, die hier schon ausführlich gewürdigt wurde. Mit ein wenig Glück könnte ja ein schöner Wandertag mit einem Konzert enden. Die Buchholz-Orgel ist wirklich hörenswert!
Von der Kirche führt der Weg an dem von mächtigen Baumweiden begrenzten ehemaligen "Mühlendyk" vorbei, in dessen dunklem Wasser sich die knorrigen Stieleichen des jenseitigen Ufers spiegeln. Der Teich wurde im 13. Jahrhundert durch den Stau des Baches angelegt und diente dem Betrieb einer 1270 dem Zisterzienser-Kloster Neuenkamp in Franzburg geschenkten Wassermühle, der "Monekemühle". Die Mühle stand am südlichen Ende des Staudamms, über den seit altersher die Heer- und Poststraße von Tribsees nach Damgarten führte.
Am heutigen provisorischen Wehr vorbei, das in wasserreicher Zeit einen recht imposanten Wasserfall hervorruft, führt der Weg in das Naturschutzgebiet, den "Pastorbusch" (Umgangssprachlich natürlich "Pasterbusch");.
In die Grundmoränenplatte der letzten Vereisung mit einer Meereshöhe von etwa 25rn hat sich der Tribohmer Bach im Laufe der Jahrtausende eingeschnitten und ein von Wald eingenommenes Tälchen geschaffen.
Buchen und Hainbuchen sind die charakteristischen Baumarten des Waldgebiets, es treten aber auch Eichen, der sehr verjüngungsfreudige Bergahorn und Kirschen auf, während am Bach Erlenpartien vorherrschen und eine Pappelpflanzung Abwechslung schafft.
Von der Bodenvegetation ist die Anemone hervorzuheben, die im Frühjahr das Bild fast überall beherrscht. Waldmeister und Maiglöckchen sind anzutreffen und die Zweiblättrige Schattenblume bildet zuweilen ausgedehnte Flächen. Hin und wieder sieht man die VielblütigeWeißwurz und an einer Stelle hat sich die Stechpalme angesiedelt. Obwohl der Wald sehr urtümlich aussieht, es handelt sich um eine Kulturlandschaft. Daran erinnern Eichen im östlichen Teil, die früher für die Schweinemast gebraucht wurden.
Der erste schon halb verwachsene Weg hangaufwärts, der "Schinderweg" trägt seinen Namen, sagt man heute, nach der Schinderei, die der Transport von Heuwagen für die Pferde bedeutete. Denn ein großer Teil des Tales wurde bis in die dreißiger Jahre als Wiese genutzt. Allerdings ist ja nicht auszuschließen, das die Benennung älter ist und zu einer Schinderei (Abdeckerei) gehörte, die es hier irgendwo früher gegeben haben mag.
Der Weg führt an den Resten eines Großsteingrabes vorbei, das ebenso wie früher in der Nähe gefundene Steinkistengräber die jungsteinzeitlich Besiedlung der Gegend belegt.
Ein weiterer Beleg für frühere intensive Nutzung des Tales ist der "Walkerdamm", heute "Wackerdamm" genannt. Er wurde um 1270 aufgeschüttet, um den Tribohmer Bach, den die Mönche "Campenitz" nannten, ein zweites Mal zu stauen und die Wasserkraft für den Betrieb einer Mühle zu nutzen. Noch heute ist am Anfang der Anlage an einem Hanganschnitt zu erkennen, woher die Erbauer die Dammerde genommen haben, während an seinem Ende noch Überbleibsel des Wehrs zu finden sind.
Eine Walkmühle diente dazu, Wollgewebe durch Wässern und Klopfen so zu verdichten, daß es zu Tuch wurde. Seit dem 11. Jahrhundert war es möglich, diesen Prozeß durch die Ausnutzung von Wasserkraft zu mechanisieren. Die Mühle verfiel nach dem Dreißigjährigen Krieg, hatte aber in früherer Zeit eine erhebliche Bedeutung, denn selbst aus Stralsund wurden Gewebe zum Walken hierher gebracht.
Wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde noch eine zweiter Stau angelegt, um eine Wassermühle zu betreiben. Diese befand sich am Rande des Recknitztales und wurde 1276 vom Fürsten von Rügen dem Kloster Neuenkarnp geschenkt. Der Bach hatte zwei Ausläufe, die nördlich gelegene "Frybaek" und die "Mahlback", an der die Mühle stand. Zwischen den beiden Ausläufen befand sich eine Pferdeweide.
Die Mühle war noch im Ersten Weltkrieg in Betrieb und stand bis in die dreißiger Jahre.
Von Gruel führt der Weg zwischen dem Tal der Recknitz und dem unter Naturschutz stehenden Waldgebiet zur "Schwedenschanze". Der Wald besteht aus Buchen, Stieleichen und Hainbuchen und man bemüht sich, ihn mit Edellaubhölzern zu ergänzen und die reichhaltige Fauna (Tierwelt) zu pflegen.![]()
Die "Schwedenschanze" ist eine von mehreren slawischen Burganlagen am Recknitzufer. Die Sage behauptet, die "Schwedenschanze" sei ein Unterschlupf der Seeräuber Störtebäk und Gotmichael gewesen. Diese haben zwischen 1395 und 1398 den Seehandel auf der Ostsee fast unmöglich gemacht. Von Herzögen und Teilen des Adels wurden sie geduldet und gefördert, von den Städten verfolgt.
Im Gebiet der Schanze gibt es den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava - Bild rechts), eine botanische Besonderheit.
Der Rückweg von der "Schwedenschanze" führt über Camitz, von dort auf einem halb vergessenen Landweg an dem schmalen Waldstück der "Krams" vorbei, die mit dem "Pastorbusch" ein einsames Feld einschließt. Hier rasten im Frühjahr und im Herbst gerne Wildgänse und Kraniche.

Einheimische Anemonen, auch Buschwindröschen genannt, auf katholisch Anemone nemorosa. Hier ausnahmsweise im Ahrenshäger Pfarrgarten beobachtet.
Schlußbemerkung: Wie man an gewissen Details erkennen kann, ist diese Seite ausnahmsweise noch im Wachsen. Für den ortsfremden Autor, den Webmaster, ist es ja nicht so einfach, lückenlos die Tribohmer Sehenswürdigkeiten vorzustellen. Die Einheimischen wissen, daß auch der Pastor eher selten im Pastorbusch unterwegs ist. Benutzt wurde der Wandervorschlag von Dr. G. Stephan, die Karte stammt von Jürgen Pieplow.
Helfende Hinweise und Erweiterungsvorschläge sind willkommen!