Eine Dorfkirche wie die Tribohmer, zumal eine evangelische, weckt vor dem Eintritt die Erwartung feuchtkühler Kargheit. Treten Sie ein: Feucht stimmt, karg nicht. Die Kirche besitzt eine barocke Ausstattung und ist bunt ausgemalt. Lust und Last. Die Kirche bietet viel für das Auge, wer sie als Ort der Andacht aufsucht, könnte mit weniger auch gut leben. Sehen Sie sich ein wenig um!
Rechts der erste Blick zum Chor. Damit man etwas erkennen kann, ist das Bild sehr hell gehalten. In Wirklichkeit herrscht eine lila-grünliche Dunkelheit vor, weil die Fenster so klein sind und der Anstrich, auch da, wo er mal hell war, eher an Hölle als an Himmel erinnert. Die Deckenbemalung, auf den folgenden Bildern erkennbar, ist ebenfalls sehr dunkel.
Wer mehr über die Renovierungsvorhaben wissen möchte, studiere das Gutachten zur Innengestaltung von 2002.


Der Barock-Altar, leider durch die Lampe etwas verdeckt, stammt, wie aus den Aufschriften hervorgeht, aus dem Jahr 1745, vermutlich aus einer Rostocker Werkstatt und wurde 1846 erneuert. Rechts und links sind barocke Patronatslogen (links der Plenniner Patronatsstuhl der Familien von Hertell und von Thun, rechts der Tribohmer) so gut wie nicht erkennbar.
Während die linke Loge sich noch im ursprünglichen kastenförmigen Zustand befindet, hat man bei der rechts befindlichen, gut erkennbar im ersten Bild, die Aufsätze abgetrennt und an die Chorwand zurückverlegt. Dadurch ist der Altarraum wieder etwas geräumiger geworden.

Hinter dem Kruzifix (und den Blumen) verborgen, eine sehr lebendige Abendmahlsgruppe. Man wagt kaum, sich diese Schnitzarbeit ohne die offensichtlich sehr dicke Farbschicht vorzustellen.

Überhaupt sind die barocken Schnitzereien sehr urig und charaktervoll. Man studiere nur den „Buchhalter“ am Altar. Das ist wahrlich keine Plastik „von der Stange“!

Detailansicht von der reich geschmückten Kanzel. Wer pausbäckige und stupsnäsige Engel liebt, hier kommt er voll auf seine Kosten. Unbekannt ist, ob für diese Plastiken Tribohmer Kinder Modell gestanden haben.
Egal wer Modell stand, die Aufmerksamkeit der Gottesdienstbesucher werden diese überaus lebendigen Figuren nicht erhöht haben.
Die weißen Zettel, die gegenwärtig die Kanzel zieren, gehören zu den Farbuntersuchungen im Zuge der schon erwähnten Studie, die HIER nachzulesen ist.
Figuren und Wappen auf dem Patronatsgestühl. Der dahinter erkennbare Wandanstrich verdankt seine Buntheit leider nicht den Bemühungen eines Malers. Seine ursprüngliche Farbe war wohl ein strahlendes Weiß
Rechts ds von Thunsche Wappen in anderer Fassung auch hier mit himmlischer Wache. Der Halbmond krönte früher auch das Kirchendach. Gäbe es den heute noch dort, könnte das in heutigen multikulturellen Zeiten wohl mißverstanden werden.


Detail von der Chorsüdwand. Es handelt sich um Reste vom südlichen Patronatsgestühl.
Wer mehr über die Familie von Thun wissen will, wird in der Schlemminer Geschichtstafel mit den dort angebotenen historischen Texten fündig.

Prachtvolles Wappen der Plenniner im Patronatsgestühl. Plennin gehörte schon 1583 zu Tribohm, besaß ursprünglich auch eine eigene Kapelle und wurde 1974 nach Semlow umgemeindet. Die Aufschrift benennt Friedrich von Hertell, 1780 - 1855. Der aufmerksame Betrachter fragt sich, ob man in Plennin etwa die Äcker mit Kanonen bestellt und das Obst mit Pfeilen geerntet hat? Letzteres wäre ja eine interessante Variante zur schweizerischen Nationalgeschichte.
Sorry, liebe Familie von Hertell, war ja nur Spaß!

Farbige Malerei, geritzte Konturen unterhalb der hier weiß erscheinenden modernen Deckschicht. Bevor die Maler anrücken können, muß eine Entscheidung darüber gefällt werden, ob Teile der historischen Malerei freigelegt werden bzw. für welche der diversen Farbversionen man sich entscheidet.
So interessant alte Malereien an und für sich auch sein mögen, darf man der Meinung sein, daß der liebe Gott sich auch in schlicht weiß getünchten Räumen loben läßt?

Eine sehr dekorative Taufe, Eisenguß von 1860. Etwas achtlos in die Ecke verbannt, weil gerade die Grüfte vor dem Altar denkmalsgerecht "ergraben" werden.


Bronze-Leuchter von 1899. Zweifellos kann man drei gewöhnliche Haushaltskerzen auch weniger aufwendig befestigen. Da der Leuchter eindeutig nicht dem Kunststil von 1899 entspricht, könnte es sich bestenfalls um eine Kopie barocker Leuchter handeln. Vielleicht waren die Vorgänger Kunst, diese hier fallen wohl mehr in die Kategorie Krempel.

Ganz im Gegensatz zu dieser Figur. Nein, es ist nicht etwa eine biblische Sünderin, sondern ein Engel!

Hinter der Tür gibt es eine Festung von einem Opferstock aus dem Mittelalter zu sehen. Was er uns Heutige lehrt: Geld fehlte schon immer und Strolche gab es, anders lautenden Behauptungen zum Trotz, auch schon immer.

Die Orgel, gebaut 1845 von C. A. Buchholz aus Berlin, mechanische Schleifladen, einmanualig (6 Register), mit Pedal (2 Register).
Wurde im Jahre 1994 durch gemeinsamen Einsatz von Land und Gemeindegliedern renoviert, klingt warm und geradezu lebendig.
Sehr zu empfehlen
Wer mehr wissen möchte, klicke hier: ![]()


Links ein Abschiedsblick, während der Grabungs- und Renovierungsarbeiten im Chor aufgenommen. Es kann nur besser werden! Ende 2005 läuft noch die Renovierung des Chores. Für das Schiff und die Arbeiten an den Aussenwänden fehlt das Geld noch.
Rechts eine Figur vom Patronatsgestühl.
Wir sind froh und dankbar für Fördergelder und großzügige Spenden, die soweit geholfen haben. Da es weiter gehen muß, bitten die Figur, Gemeinde und Pastor auch weiterhin um finanzielle Unterstützung!
Kleine Hilfe:
Unsere Kontonummer?
hier ist sie! ![]()