Restauratorische Sondierung und Dokumentation des historischen Fassungsbestandes im Innenraum der Dorfkirche Tribohm, Dezember 2002

Dipl. Restauratorin Elke Kuhnert, Lindenstraße 38, 18435 Stralsund
Objekt - Identifikation
Objekt:Dorfkirche Tribohm, Nordvorpommern
Objektteil:Innenraum
Gegenstand:Restauratorische Sondierung und Befunddokumentation des überkommenen Fassungsbestandes auf den Wandflächen und der Ausstattung, Ermittlung einer Konzeption zur Innenraumrestaurierung
Zeitraum:Dezember 2002
Auftraggeber:Ev. Kirchgemeinde Tribohm, Herr Pfarrer C. Hirte, Pfarramt Ahrenshagen
gemeint ist natürlich Herr Pfarrer K.-Ch. Hirte!
Auftragnehmer:Dipl. Restauratorin Elke Kuhnert, Lindenstraße 38, 18435 Stralsund
Mitarbeiter:Monika Wacker

Diese Dokumentation ist abgelegt:
- Auftraggeber
- Landesamt für Denkmalpflege, Abt. Vorpommern, Stralsund, Badenstr. 16
- Dipl. Restauratorin Elke Kuhnert, Lindenstraße 8, Stralsund (inklusive Fotoarchiv)

Inhaltsverzeichnis

1. Objektbeschreibung
2. Bemerkungen zur Objektgeschichte
3. Auswertung der restauratorischen Befunduntersuchung
4. Konzeptionelle Vorstellungen zur Gestaltung des Innenraumes
5. Fotodokumentation(hier nur eine Kostprobe!)
Fortsetzung

1. Objektbeschreibung

Beim Objekt handelt es sich um einen sorgfältig gemauerten, einschiffigen Feldsteinquaderbau mit eingezogenem rechteckigem Chor und Nordsakristei aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Fenster des Schiffes sind als schmale, rundbogige Schlitze gebildet, ebenso an der Chornordwand und der Chorostwand. An der Chorostwand befinden sich die beiden Fenster zu Seiten eines ursprünglichen Rundfensters. Die Chorsüdwand besitzt neben den vermauerten Resten der ursprünglichen Schlitzfenster ein Segmentbogenfenster, das jedoch ebenfalls noch spätmittelalterlich ist. Im 17. Jh. wurden die Giebel des Chores und der Sakristei erneuert.
Das Innere zeigt im Schiff und Chor eine flache Holzbalkendecke mit neogotischer, ornamentaler Bemalung von vermutlich 1885, die sich auch über die Wandflächen erstreckt. Der Triumphbogen ist spitzbogig und an seiner Nordseite ist die barocke Kanzel angebracht. Die Ausstattung ist fast vollständig barock, lt. Dehio von 1745. Neben der Kanzel, deren Korb über dem umlaufenden Sockelgesims mit vollplastischen Sitzfiguren der Evangelisten zwischen Akanthusvoluten und Puttenköpfen gestaltet ist und deren Schalldeckel mit dem Auge Gottes und weiteren Engeln versehen ist, schließt sich die barocke Nordloge an. Die nördliche Patronatsloge ist noch weitgehend erhalten und zeigt eine reiche Schnitzwerkbekrönung und wappenhaltende Figuren der christlichen Tugenden. Die Südloge hingegen wurde bereits in jüngerer Zeit stark verändert und zeigt nur noch Teile der einstigen Gestaltung. Auch sie besaß eine reichhaltige Schnitzwerkbekrönung, wovon noch einzelne Teile an der heutigen Rückwand angebracht sind.
Der Hochaltar zeigt sich in seinem Aufbau als Säulenarchitektur mit Abendmahlsrelief als Predella, im Zentrum befindet sich jedoch anstelle des nun als Altarkreuz aufgestellten Kruzifixes ein jüngeres Gemälde des auferstandenen Christus wahrscheinlich von B. Plockhorst, Ende des 19. Jahrhunderts. Seitlich sind Schnitzfiguren angebracht, wie Moses und Johannes der Täufer, darüber je mit Medaillons die einmal Christus und Gethsemane sowie die Auferstehung verbildlichen. Im Auszug befinden sich die Taube, der auferstandene Christus sowie Engel.
Im Westen des Kirchenschiffes ist die umgebaute Orgelempore mit der von Buchholz 1845 eingebauten Orgel. Unter der Empore wurde der Raum zur Winterkirche umgebaut.

2. Bemerkungen zur Objektgeschichte
(Hierzu vergleiche man unsereGeschichtstafel!)

Da der Bau in eine Zeit fällt, in der so vergleichsweise unwichtige Bauten nicht dokumentiert wurden, kann eine sichere Datierung nur über bautechnische Zuordnungen und gegebenenfalls den Einsatz moderner Analytik von Holz und Baustoffen erfolgen. Dendrochronologische Untersuchungen haben für das Chorgebälk mit hoher Sicherheit das Baujahr 1251 ergeben. In diese Zeit sind auch die ersten Farbfassungen an den Wänden zu datieren.
Der erste belegte Besitzer in Tribohm (1268) ist ein von Dechow. 1268 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Tribohms. Kloster Neuencamp erhält 2 Hufen Land von Eckard von Dechow zum Geschenk, die Fürsten Wizlaw II. und Jaromar bestätigen dies. Einen Ort Dechow gibt es heute bei Ratzeburg. Wenn diese Familie Dechow von dort stammt, spricht das für eine Besiedlung von Ratzeburg aus. 1272 geht das Patronat der Kirche an das Kloster Neuenkamp über, darauf folgen verschiedene Besitzerwechsel von Tribohm. Das Patronat wird 1456 vom Kloster Neuencamp zu deren Gründung der Universität Greifswald geschenkt, der Rektor erhält das Vorschlagsrecht für den Pfarrer, Bestätigung erfolgt aber über den Abt von Neuencamp durch den Bischof Hier könnten in diesem Zuge auch Veränderungen des Innenraumes vorgenommen worden sein, was sich an den Wandflächen in einem Bildprogramm mit figürlichen Darstellungen zeigt. Die Kirche dient zwischen 1627 und 1629 den kaiserlichen Truppen unter Wallenstein als Magazin, die Inneneinrichtung wird zerstört.
Besitzer von Tribohm wird 1637 Philipp Christoph von Thun, er erhält diesen Besitz von Huchelt von Raethen auf Raverstorff wegen Schuldforderungen seines Vaters Otto von Thun gegen dessen Vater Johannes von Raethen. Am 20. September 1651 wird per Vertrag die Eigentumsübertragung von 1637 als erblich bestätigt, mit Wirkung vom 10. November erhält Philipp Christoph von Thun das Patronatsrecht durch Königin Christine von Schweden.

Fortsetzung

Im Nordischen Krieg wird Tribohm 1700-1721 durch die Brandenburger, Dänen, Sachsen und Russen behelligt, zweimal von Russen und Dänen geplündert, vom Feuer zerstört. Wahrscheinlich ist, dass in diesem Krieg die Kirche erneut zerstört wurde und der Neuaufbau bis 1745 warten musste. Bei Instandsetzungsarbeiten 1998 wurde festgestellt, dass sich im Inneren der zweischalig ausgeführten Wände erhebliche Reste von Wurzelwerk finden, was darauf schließen lässt, das wenigstens Teile des Daches über längere Zeit gefehlt haben müssen. Dafür kommen eigentlich nur diese Jahre in Frage. Pastor Schultz lässt die Kirche samt Turm um 1745 wieder herstellen. Der Patron gab dazu 500 fl. Es entstand die heutige barocke Ausstattung: Altar, Kanzel, Patronatslogen, Verlängerung der Fenster nach unten. Ein Bild des Pastors, das wenigstens bis 1911 erhalten war, trug die Aufschrift:

August Heinrich Schultz folgt Schrammen auf dem Fuß,
lehrt, und erfährt dabei, wieviel man leiden muß,
erbaut Kirch und Turm, doch war sein Wunsch dabei,
dass eines jeden Herz ein Tempel Gottes sei.

Vorpommern geht 1815 aus schwedischer in preussische Hoheit über. Der Einbau der Orgel von C. A. Buchholz, Berlin erfolgte 1845.
In den Memoralien wird um 1846/47 die Renovierung des Kircheninneren angegeben, es erfolgte die Übermalung von Altar, Kanzel und Gestühl (jedoch nicht wie angegeben in grünlich-brauner Farbe, sondern in einem hellen Grauton.)
Im Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler wird die historistische Bemalung um 1885 angenommen, woher diese Datierung kommt, ist nicht bekannt. Eventuell ist diese Gestaltung auch schon früher ausgeführt und nach 1885 oder sogar 1900 erfolgte die farbige Umgestaltung der Ausstattung sowie die Veränderung des Altarzentrums.
Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte dann die "Verfremdung" und Veränderung der Südloge sowie der Einbau der Winterkirche unter der Orgelempore und die damit verbundenen Veränderungen der Empore selbst.

3. Auswertung der Restauratorischen Befunduntersuchung

Schiff
Als Sondierungsbereich für das Kirchenschiff wurde an der Nordwand der Bereich zwischen dem 1. und 2. östlichen Fenstern eingerüstet. Die Befundsituation kann aber auch für die verbleibenden Wandflächen als vergleichbar angesehen werden.
Die Wandflächen präsentieren einen sehr umfangreichen Fassungsbestand verschiedener Ausmalungsphasen des Innenraums.

Die erste nachweisbare Fassung kann mit dem Entstehen der Kirche gleichgesetzt werden. Es handelt sich hierbei um ein ornamentales Bildprogramm, das sich über nahezu die gesamte Wandfläche erstreckt und diese in verschiedene Zonen untergliedert, die jeweils durch Ornamentbänder bzw. Ornamentformen gestaltet sind. Die Ausführung dieser Gestaltung trägt einen sehr groben, nahezu bäuerlichen Charakter und beinhaltet vermutlich keine figürlichen Darstellungen. Die Ornamentformen sind dabei sehr variantenreich, u. a. zeigen sich schachbrettartige Bänder oder kleine Ranken sowie in den oberen Wandbereichen an Bögen erinnernde Konturierungen (?).
Das farbige Programm der ersten mittelalterlichen Raumfassung ist dominiert durch ziegelrote Ornamentformen, die aber auch durch schwarz-graue Binnenkonturen gegliedert werden sowie durch den ursprünglichen, ockrig wirkenden Bildträger. (Hier bestätigen sich die Untersuchungsergebnisse des Bauäußeren, denn Chor und Schiff weisen auch im Inneren den Bildträger betreffend einander identische Befunde auf) Die Binnenkonturen sind aber zumeist in einem sehr verblichenen Charakter. Die Beständigkeit des schwarzen Pigmentes ist wesentlich instabiler als das Rot.
Zu der ersten Fassung zählen außerdem die Weihekreuze, die sich ca. in 1.70m Höhe unterhalb der Fensterzone befinden und partiell bereits selbst freigelegt haben.
Auch die Fenstereinfassungen waren in das Gestaltungsprogramm integriert. Charakteristisch für die Fassung ist zudem, dass die Ornamente der Weihekreuze und der quaderähnlichen Fenstereinfassungen zuvor in den frischen Putz geritzt wurden. Die geritzten, kleinen Quader an den Fenstern zeigen dann im alternierend rote Tupfer, die vermutlich als Steinstrukturbild zu verstehen sind. Diese Gestaltungsform tritt häufig in mittelalterlichen Bildprogrammen auf. Ob die wechselnden Quader, dann graue Tupfer besaßen, konnte während der Sondierung nicht geklärt werden.
Ebenfalls ungeklärt ist, ob es sich um eine Art freskale Malerei handelt oder ob wie im Äußeren bereits proteinhaltiges Bindemittel Verwendung fand.
Der Erhaltungszustand der Fassung ist jedoch immens beeinträchtigt durch die Kristallisation von Salzen, die sowohl in leichtlöslichen und schwerlöslichen Konzentrationen vorliegen und als Rasen im makroskopischen Bereich bereits deutlich sichtbar sind. Der Bildträger zeigt besonders in den früher stark durchfeuchteten Bereichen umfangreichere Strukturauflösungen und da der ursprüngliche Mörtel ohnehin sandend und strukturschwächer ist, sind Abschalungen und Fehlstellen zu verzeichnen.
Fortsetzung

Die Pigmente sind partiell bereits stärker verblichen oder abgerieben, trotzdem sind die Befunde aber noch sehr aussagefähig.

Die zweite Fassung ist ebenfalls noch als spätmittelalterlich anzusehen und fällt wie im Bauäußeren in die Zeit des Fensterumbaus in der Chorsüdwand. (Im Chor sind die Befunde vergleichbar.) Sie befindet sich auf einer sehr dicken, stark durch Pinselfurchen strukturierten Kalkschlämme. Diese Fassung ist zudem polychrom mit figürlichen Darstellungen, die im Zuge der Sondierungen jedoch nur punktuell nachgewiesen und freigelegt werden konnten.
Auch diese Fassung unterteilt die Wandflächen in verschiedene Bildzonen. In der Sockelzone sind große Ranken in eisenoxidroter und grüner Farbigkeit bereits durch Selbstfreilegungen erkennbar (ähnlich wie in der Fensterlaibung der Chorsüdwand und auf dem Triumphbogen).
Eine breite rote und grüne Linie (Band) begrenzt dann die Zone mit den figürlichen Darstellungen. Bereiche von einem Gewandsäumen konnten in der Sondierung freigelegt werden. Über die Ikonographie der Darstellungen können jedoch noch keine Aussagen getroffen werden.
Der Erhaltungszustand dieser Fassung ist jedoch sehr fragil. Die Kalkschlämme liegt bereits großflächig nur noch hohl auf der ersten Fassung und zwischen den Schichten befinden sich umfangreiche Salzablagerungen, die vermutlich auch als Ursache für die Ablösung der Kalkschicht anzusehen ist. Eine Freilegung der zudem bereits bereichsweise unvollständigen Fassung ist nur mit paralleler Festigung möglich. Im Streiflicht war bereits erkennbar, dass schon vor der letzten Ausmalung Verluste der Fassung zu verzeichnen waren, Fehlstellen in der Kalkschichtoberfläche zeichnen sich ab. Trotzdem kann aber noch von umfangreichen Resten dieser Gestaltung ausgegangen werden. Die Schadensbilder an dieser Gestaltung sind zudem vergleichbar mit denen der ersten Fassung.

Als eine dritte, ebenfalls polychrome Fassung konnte eine weitere Rankenfassung lokalisiert werden, deren Erhaltungszustand vermutlich aber nur noch fragmentarisch ist. Auch die Freilegung dieser Fassung erweist sich als sehr schwierig. Sie liegt oberhalb verschiedener Weißtünchen und könnte zu der barocken Raumgestaltung um 1745 gehören. Im Zuge der Sondierung wurde lediglich ein kleiner Ausschnitt freigelegt, der ein braune und ockerne, wahrscheinlich leimgebundene Farbschicht präsentiert. Die braune Farbe diente vermutlich als Konturierung und Schatten für die Ranke, die einen barocken Charakter trägt und vergleichbar ist mit üblichen Gestaltungen dieser Zeit. Inwieweit hier ein gestalterischer Zusammenhang zur heute nicht mehr sichtbaren barocken Balkendecke besteht (wovon sich aber Reste im Dachboden zeigen), konnte noch nicht analysiert werden.

Eine weitere, vierte Fassung sind auffällige Reste einer evtl. monochromen Rotfassung der Wandflächen, über die jedoch keine weiteren Aussagen getroffen werden können. Diese Fassung wurde wahrscheinlich in Zusammenhang mit der späteren Neuausmalung weitgehend entfernt.

Bei der fünften Fassung handelt es sich um die heute sichtbare Historismusfassung von 1885(?), die sich auch auf der Decke befindet. Im Traufbereich und auf der Decke sind illusionistisch gemalte neogotische Maßwerkornamente gemalt, die Wandflächen sind mit einer ockrig gebrochenen Leimfarbe gefasst, im Sockelbereich sind an den Bereichen der ursprünglichen Weihekreuze in gleicher neogotischer Gestaltungsweise weitere Weihekreuze gemalt (?). Der Erhaltungszustand der Fassung ist stark durch Oberflächenverschmutzung beeinträchtigt sowie durch die aufgetretenen Feuchteschäden, die zudem den Bewuchs von Algen auf der Oberfläche verursachen. Die Salzkristallisation hat in einigen Wandbereichen bereits umfangreiche Verluste hervorgerufen, die insbesondere am Bildträger selbst zu Abschalungen und Verlusten geführt haben. Das ästhetische Erscheinungsbild der Fassung ist sehr stark beeinträchtigt.

Chor
Als Sondierungsbereich für den Chor wurde an der Nordwand, Westwand und der Ostwand der Bereich oberhalb der Patronatsloge ausgewählt, der aufgrund der umfangreichen Befundlage auch die verbleibenden Wandflächen vergleichbar repräsentiert.

An den Wandflächen des Chores zeigt sich eine ähnliche Fassungsfälle wie im Schiff. Auch hier sind noch zwei mittelalterliche Fassungen vorhanden.
Die erste Fassung, die zeitgleich mit der ersten Fassung im Schiff zu datieren ist und zur Erbauungszeit der Kirche gehört, ist auch hier durch ein ornamentales Gestaltungsprogramm in roter Farbigkeit charakterisiert. An den Chorwänden wurde vermutlich das gleiche Ornament großflächig wiederholt, die rote Farbigkeit ist in mehreren Trapezen angeordnet und innen durch ausgesparte weiße Punkte unterbrochen. Eine Deutung dieser Befunde kann jedoch noch nicht angegeben werden, hierzu sind die freigelegten Sondierungsfelder zu klein und nicht aussagefähig genug. Eine figürliche Darstellung wurde nicht lokalisiert. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass diese Fassung abgesehen von den Schäden an Malschicht und Bildträger noch weitgehend erhalten ist.
Der Erhaltungszustand ist mit dem Schiff wiederum vergleichbar. An der Nordwand des Chores zeigen sich jedoch verstärkt Algen und zudem Schimmelpilze als mikrobieller Befall. Die Wandflächen zeigen in ihren Kalktüncheschichten bereits starke Versinterungen und Krustenbildungen, die auch auf Sulfat (Gips) hindeuten könnten.
Fortsetzung

Die zweite Fassung ist wiederum polychrom und zugehörig der zweiten Gestaltungsphase im Schiff. Die Wahl der Pigmente (Eisenoxidrot, Ocker und Grün, vermutlich Malachit) ist identisch. Wahrscheinlich befanden sich an der Ostwand wiederum figürliche Szenen bzw. Heiligenporträts. Außerdem zeigen sich auch hier Befunde der großflächigen Rankenbemalung. Insbesondere in der Laibung des Segmentbogenfensters in der Chorsüdwand zeichnen sich bereits selbst freigelegte Ranken im roter Farbigkeit ab. Auf eine Freilegung umfangreicherer Flächen wurde aufgrund der stark hohlliegenden Kalkschlämme verzichtet. Hierzu wären parallele Hinterfülllungen und Festigungen der Fassungen unbedingt notwendig. Hinzu kommt, dass bereits größere Bereiche schon in jüngeren Renovierungsphasen verlustig gewesen sein müssen. Kalkschichtfehlstellen sind im Streiflicht deutlich zu erkennen. Im übrigen gelten dieselben Schäden wie an der 1. Fassung und wie an den Wänden des Langhauses.

Als dritte, ebenfalls polychrome Fassung wurde an der Westwand, nördlicher Bereich ab Triumphbogen, lokalisiert. Hierbei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Barockfassung von 1745, die in Korrespondenz zur Kanzel und Patronatsloge steht. Dargestellt ist eine zeittypische Vorhangmalerei mit blauer (Smalte?) Draperie, die schlecht abgebunden ist und somit immens pudert, sowie gemalte Kordeln und Schnüre in Ocker und rötlichen Erdtönen, deren Erhaltungszustand noch sehr gut ist.

An der Ostwand wurden hingegen schwarze Pigmentspuren lokalisiert, die ebenfalls in der gleichen Stratigraphie zuzuordnen sind und möglicherweise Reste der Wandbemalung sind, die in Zusammenhang mit dem Altar stehen. Da die Freilegung nur sehr mühsam gelingt und die Fassung in einem bindungsschwächern Zustand ist, kann diese Vermutung im Zuge der Sondierung nicht eindeutig belegt werden.

Jüngere Fassungen, außer der Historismusfassung des 19. Jahrhunderts, wie sie auch im Schiff sichtbar ist, konnten an den Chorwänden in den untersuchten Bereichen nicht festgestellt werden. Lokalisiert wurden lediglich einige dünne Kalktüncheschichten ohne Fassungsbefund, die sich jedoch oft in Schollen abheben und sich voneinander trennen. Für den Erhaltungszustand gilt im Wesentlich das Gleiche wie im Schiff. Konzentrierter zeigen sich die Schäden aber an der Chornordwand, wo sich auch das vermauerte Fenster befindet. Sich voneinander trennende Kalkschichtpakete, Versinterungen und mikrobieller Befall sind hier Folgen der jahrelangen immensen Durchfeuchtung und der nun einsetzenden Salzkristallisation.

Triumphbogen
Die zweite mittelalterliche Fassung mit der großflächigen Ranke zeigt sich auch auf dem Triumphbogen. Die erste Fassung konnte darunter nicht festgestellt werden. Evtl. wurde hier der Bogen schon mal neu verputzt. Partiell scheint es sogar als wäre diese Rankenfassung doppelt ausgeführt. Die grünen Rankenteile sind hier offenbar schlechter erhalten. An einer Selbstfreilegung konnte eine Verschwärzung des Pigmentes festgestellt werden.
Darüber liegen Reste derselben Rotfassung, wie sie auch im Schiff zu finden ist. Diese Fassung muss jedoch schon mal in jüngerer Zeit weitgehend abgenommen worden sein, da es sich nur noch um Reste handelt und deutliche Kratzspuren erkennbar sind, die durch Spachtel verursacht sein können.

Ausstattung
Die gesamte Ausstattung im Chor stammt um 1745. Hierzu wurden kleinere Sondierungsfelder angelegt, um die ursprüngliche Farbgestaltung der einzelnen Teile zu ermitteln.

Altar
Der Hochaltar zeigt sich in seinem Aufbau als Säulenarchitektur mit Abendmahlsrelief als Predella, im Zentrum befindet sich jedoch anstelle des nun als Altarkreuz aufgestellten Kruzifixes ein jüngeres Gemälde des auferstandenen Christus wahrscheinlich von B. Plockhorst, Ende des 19. Jahrhunderts. Seitlich sind Schnitzfiguren angebracht, wie Moses und Johannes der Täufer, darüber je mit Medaillons die einmal Christus und Gethsemane sowie die Auferstehung verbildlichen. Im Auszug befinden sich die Taube, der auferstandene Christus sowie Engel.
Die Säulen weisen als ursprüngliche Gestaltung eine polychrome Marmorierung mit blauen und dunkelroten Äderungen auf blaugrauem Fondton auf, die sehr qualitätvoll ausgeführt wurde. Die Korinthischen Säulenkapitelle sowie sämtliche profilierte Zierleisten waren dazu Poliment vergoldet. Der rote Bolus ist noch deutlich erkennbar.
Die Schnitzfiguren, wie Moses waren in einem grau gebrochenen, sehr hellem Farbton gefasst. Vergoldungen am Gewandsäumen konnten hier nicht festgestellt werden. Analog dazu kann davon ausgegangen werden, dass auch die übrigen Schnitzfiguren diese Farbigkeit besitzen. Im Zuge der Sondierung konnten nur auswahlweise Proben angelegt werden. Die monochrome sehr helle, graue Farbe wurde auch auf der Predella ermittelt.
Die Rahmung des Altars bzw. weitgehend die glatten Holflächen waren in einem dunklen Blau-Schwarz gehalten. Hierzu erscheint der Kontrast zu den zahlreichen vergoldeten Zierleisten und der farbenfrohen Säulenmarmorierung besonders stimmig und lässt die einstige prachtvolle Farbigkeit der Ausstattung erahnen.
Über dieser Fassung wurde ein grauer, vermutlich monochromer Anstrich ermittelt, der sich noch unterhalb der heute sichtbaren Holzlasurfassung befindet und als eigenständige Gestaltung der Ausstattungsteile angesehen werden muss. Diese Fassung wurde nahezu auf der gesamten Ausstattung festgestellt, die älter ist als 1900.
Fortsetzung

Altarschranken
Die Altarschranken hatten ebenfalls eine prachtvolle Gestaltung. Die Füllungen waren in einem intensiven, dunklen Blauton gefasst und darauf wurden vergoldete Schriftzüge angelegt. Während der Sondierungen konnten die Aufschriften jedoch nicht ermittelt werden. Der Zierrat an den Altarschranken war wiederum vergoldet. Auch hier wurde die Vergoldung mit Poliment ausgeführt.
Auch hier folgt der Barockfassung eine monochrome Graufassung, die sich unterhalb der heutigen grünlich-braunen Holzlasurfassung befindet.

Kanzel
Die Kanzel, die ihren Zugang über die Nordloge erhält, war auch in ihrer ursprünglichen Farbigkeit der Nordloge angepasst. Der Korb war schwarz gefasst, dazu die vollplastischen Evangelistenfiguren in einem sehr hellen Grau gehalten, deren Gewandsäume jedoch zusätzlich glanzvergoldet waren. Die Evangelistensymbole, wie z. B. der Stier des Lukas waren farbig differenziert. Der Stier und auch der Adler waren in einem dunklen Grau gestaltet. Die Akanthusvoluten dazu präsentierten sich in einem hellen Grau, die Höhen und Zierleisten wurden zusätzlich wiederum vergoldet. Diese Farbigkeit scheint auch auf den Deckel übertragbar.
Auch hier folgt der Barockfassung eine monochrome Graufassung, die sich unterhalb der heutigen grünlich-braunen Holzlasurfassung befindet.

Nordloge
Wie der Kanzelkorb hatte auch die nördliche Patronatsloge einen schwarzen Fondton, der die gesamten hervorgezogenen Holzelemente einbezieht, wie Füllungen und Pilaster. Die zurückgesetzten Elemente waren in diversen Grautönen marmoriert. Die Marmorierung wurde besonders sorgfältig ausgeführt und ist von hoher Qualität. Auch deren Erhaltungszustand kann als sehr gut eingeschätzt werden. Kapitelle, Zierleisten und Profilierungen sowie das Pflanzenschnitzwerk der Bekrönung zeigen eine Glanzvergoldung. Die Figuren waren analog zur Kanzel in einem sehr hellen Grau gefasst, die Wappen wurden noch nicht näher untersucht.
Auch hier folgt der Barockfassung eine monochrome Graufassung, die sich unterhalb der heutigen grünlich-braunen Holzlasurfassung befindet.

Südloge
Die Südloge wurde Mitte des 20. Jahrhunderts umfangreich verändert und seiner einstigen Gestalt beraubt. Die Loge, die sicher vergleichbar mit der Nordloge war, besteht heute nur noch aus Resten und die einstigen Bekrönungselemente sind soweit noch vorhanden auf der Rückwand bzw. umgebauten einstigen Schauwand aufgestellt. Bezüglich der Bekrönungselemente ist von einer ähnlichen Farbigkeit auszugehen. Die Loge selbst war im Gegensatz zur Nordloge blau gefasst und hier waren die Füllungen marmoriert und nicht die zurückgesetzten Elemente.

Auch hier wurde die Marmorierung sehr qualitätvoll ausgeführt, mit blauen Äderungen auf grauem Fond. An der Rahmung waren die hervorgezogenen Profilierungen in demselben grauen Fond gestrichen, die glatten Flächen der Rahmung hingegen blau gefasst. Die Verzierungen dazu waren wie die der Altarschranken vergoldet.
Auch hier folgt der Barockfassung eine monochrome Graufassung, die sich unterhalb der heutigen grünlich-braunen Holzlasurfassung befindet.

Gestühl

Das Gestühl ist wesentlich jünger und gehört nicht zur Barockausstattung des Chores. Auf dem einfachen Gestühl konnte unter der heute sichtbaren grünlich-braunen Holzlasurfassung noch eine ältere Fassung nachgewiesen werden, bei der es sich um eine dunkelbraune Holzlasurfassung handelt, die an eine Bierlasur erinnert. Damit ist auch der Schluss naheliegend, dass die grünlich-braune Holzlasurfassung wesentlich jünger ist und nicht im ursprünglichen Zusammenhang mit der historistischen Gestaltung der Wandflächen und der Decken in Chor und Schiff steht.
Fortsetzung

In bezug auf die Barockausstattung ist anzunehmen, dass hier die folgende graue Farbigkeit im Kontext zur neogotischen Ausmalung der Kirche steht und nicht wie bisher angenommen die heute sichtbare Holzlasurfassung. Diese wird vermutlich erst nach 1900 ausgeführt worden sein.

Orgelempore
Hier erfolgte ebenfalls nur sondierend die Ermittlung älterer Fassungen. Zudem wurde die Empore in jüngerer Zeit umfangreich verändert, um den Raum darunter als Winterkirche zu nutzen. So erhielt die Empore einen neuen Treppenaufgang und diverse Veränderungen, die die ursprüngliche Gestalt der Orgelempore verfremden.
Auf der tragenden Säule konnte als Erstfassung wieder eine monochrome Graufassung lokalisiert werden, die sich unterhalb der heutigen grünlich-braunen Holzlasurfassung befindet. Die Buchholzorgel wurde 1847 eingebaut, was gleichzeitig mit einer umfassenden Renovierung des Innenraums verbunden war.

Evtl. kann die Ausführung der Historismusfassung an den Wänden und der Decke auch schon in den Zeitraum 1846/47 datiert werden und steht in unmittelbarem Zusammenhang (?) und bedeutete zudem die schlichte Überfassung der Ausstattungsteile in Grau.

3. Konzeptionelle Vorstellungen zur Gestaltung des Innenraumes
Versehen der Gutachterin, dies ist Kapitel 4!

Vorab soll bemerkt werden, dass es sich bei der vorhandenen Wand- und Deckenfassung um ein in sich geschlossenes, wertvolles Gestaltungssystem handelt, dass auch aus denkmalpflegerischen Gesichtpunkten in jedem Falle erhalten werden sollte.

Zur beabsichtigten Gestaltung

Konzeptionell wird die Erhaltung und Restaurierung des vorhandenen Gestaltungssystems an den Wand- und Deckenflächen angestrebt in Verbindung mit einer ästhetischen Verbindung zur hölzernden Ausstattung. Hierbei besteht einmal die Variante des Beibehalts der überkommenen jüngeren Holzlasurfassung oder aber die Wiederaufnahme der monochromen grauen Überfassung auf den Holzteilen. Beide Varianten wären kostengünstig und stünden in gestalterischern Zusammenhang zur vorhandenen Wandmalereifassung.
Eine Restaurierung der zweifellos sehr qualitätvollen Barockausstattung erscheint in Anbetracht der entstehenden Kosten sowie der Frage, inwieweit sich z. B. die Südloge in den ursprünglichen Zustand zurückführen lässt sehr kompliziert und könnte evtl. für Altar und Kanzel in Betracht gezogen werden. Vorrang jedoch hat hierbei die gestalterische Einheit des Raumes.

Trotz des anzustrebenden Erhalts der heute noch sichtbaren Wandfassung soll die umfangreiche Befundlage an den Wandflächen nicht außer Acht gelassen werden. Die bemerkenswerte Fülle der Befunde beider mittelalterlicher Fassungen und deren kunsthistorische Bedeutung könnten durchaus auch im Hinblick auf eine Renovierung des Innenraumes als Bestandteil des künftigen Antlitzes sein. Hier bestünde die Möglichkeit der Integration einer restaurierten Musterachse mit einem mittelalterlichem Getaltungssystem, wobei sich die zweite Fassung mit figürlichen Darstellungen in Abhängigkeit von ihrem Bestand empfiehlt.
Fortsetzung

Aus nutzungsbedingten Gründen ist auch der Beibehalt der Winterkirche unterhalb der Orgelempore angedacht, so dass hier die überkommene Entwicklung partiell ihre Berechtigung hat. Für die Südloge jedoch sollte nach einer geeigneteren Form der Präsentation und Nutzung gesucht werden, da die momentane Lösung weder Nutzen noch ästhetischen Gesichtpunkten standhält.

Konservatorische Maßnahmen

Wandflächen
Allem voran steht der Substanzerhalt und das Stoppen weiterer Verluste durch Schäden wie Feuchtigkeit, Salze und mikrobiellen Bewuchs unter Berücksichtigung eines stabilen baulichen Zustandes. Eine Beseitigung der sich abzeichnenden Feuchtigkeitsflecken, Putzfehlstellen und Grünalgenbewuchs wird als dringlich angesehen.
Eine Konservierung des überkommenen historischen Fassungsbestandes in dieser Fülle und Vielfältigkeit ist ebenfalls wesentlich und bedeutet einen erhöhten aber wichtigen Aufwand im Zuge der Renovierung. Notwendig sind in jedem Fall Maßnahmen zur Festigung des Fassungsbestandes mittels Injektion eines geeigneten Hinterfüllmaterials, eine Konsolidierung der sich ablösenden Kalkschichtpakete sowie die Strukturverfestigung des Bildträgers. Weitere Schritte zur oberflächigen Salzminderung erscheinen ebenfalls wesentlich. Hierzu sollten jedoch noch vertiefende Untersuchungen und Analysen erfolgen, um eine geeignete, spezifische Konservierungsmethode zu entwickeln.
Weiterhin beinhaltet die Konservierung eine Festigung der Historismusfassung sowie die konservatorische Reinigung des Wandfondtons. Die illusionistische Bemalung sollte ebenfalls leicht von oberflächigen Verschmutzungen gereinigt werden, ohne jedoch Verluste hervorzurufen. Eine Reinigung wird beispielsweise durch das leichte Abtupfen der Leimfarbe mit feuchten Schwämmchen erreicht sowie durch das Trockenverfahren mit Wish-up Schwämmen. Die Festigung der derzeit kreidenden Malschicht kann durch das Sättigen mit Zellulosehaltigen Bindemitteln erfolgen.

Der bzw. die Teilbereiche, wo in Form einer Musterfläche mittelalterliche Fassung präsentiert werden soll bedürfen dann aber weiterführende Festigungs- und Freilegungsarbeiten, die in parallelen Arbeitsgängen durchgeführt werden müssen, um Substanzverluste weitgehend auszuschließen.

Arbeiten an der Decke von Schiff und Chor bedeuten ebenfalls die Anreicherung mit Bindemittel sowie die Reinigung. Geeignete Technologien sollten hier mittels Anlage von kleineren Probeflächen erarbeitet werden.

Arbeiten an der hölzernen Ausstattung im Sinne einer Konservierung, sofern sie notwendig sind, belaufen sich weitgehend auf Reparaturen und einer evtl. enzymatischen Reinigung, weiterhin auch partiell auf Festigung von sich ablösender Fassung. Hier werden aber bislang die Erhaltungszustände größtenteils als akzeptabel eingeschätzt.

Am Altar sollten jedoch die Medaillons und das Altarbild konservatorisch bearbeitet werden.

Restauratorische Maßnahmen

Hier werden insbesondere die Arbeiten an Wand- und Deckenfassung sowie der Musterachse mit mittelalterlichem Bildprogramm angesprochen. Die Arbeiten sollten in jedem Falle erst erfolgen, wenn die Konservierung und die Sicherung der gefährdeten Bereiche abgeschlossen ist. Die Restaurierung der derzeitigen Wandgestaltung bedeutet eine farbige Integration von Fehlstellen, die in Tribohm partiell auch eine Rekonstruktion der historistischen Ornamente bedeutet. Hierbei soll die illusionistisch angelegte Fassung mit neogotischen Ornamenten wieder nacherlebbar gestaltet werden.
Fortsetzung

Eine Ausnahme kann die Musterachse mit mittelalterlichem Fassungsbestand bedeuten, die jedoch gut lokalisiert werden muss und sich in die Gesamtgestaltung didaktisch gut integriert. Hier sollte die Restaurierung sehr behutsam erfolgen, Fehlstellenergänzungen sollten sich methodisch ablesbar gestalten und den überkommenen Bestand stützen. Welcher Bereich hierfür geeignet ist sollte nach der Befundlage, der Nutzung und gestalterischen Möglichkeit ausgewählt werden. Hierzu sind Abstimmungen mit den zuständigen Entscheidungsträgern unbedingt notwendig.

Rekonstruktive Maßnahmen Diese könnten u. U. den Wandfondton betreffen, sofern die Reinigungs- und Festigungsergebnisse nicht ausreichend erfolgreich sind und somit eine Aufwertung der Fassung durch eine Erneuerung des Anstriches erfolgen muss. Weitere Rekonstruktionen berufen sich auf eine Neufassung der Ausstattung nach Befund (evtl. helles Grau), wobei hier die Entscheidung darüber von den zuständigen Gremien erfolgt.
Hierbei sollte auch die Frage des Umgangs mit der Buchholz-Orgel und der Empore sowie der Südloge im Chor beantwortet werden. Konzeptionelle Vorstellungen hierzu sollten gemeinschaftlich mit der Gemeinde entwickelt werden unter Berücksichtigung der Nutzungsvorstellungen. Ein Wiederaufbau der Südloge wird aufgrund des Platzbedarfs sowie des fragmentarischen Charakters vermutlich nicht beabsichtigt, jedoch sollten die verliebenen Teile in der Kirche verbleiben und entsprechend präsentiert werden. Dazu bedarf es der detaillierten Erarbeitung eines Gestaltungsvorschlages.

(Zur gesamten Problematik bietet es sich an, einen Ortstermin mit den zuständigen Entscheidungsträgern durchzuführen, um die Konzeption für die Kirche zu konkretisieren und die Befunde vorzustellen.)

Durchführung der Maßnahmen

Die Durchführung der Arbeiten kann auch in einem kostensparenden Arbeitsmodell erfolgen, in dem für bestimmte Arbeiten sowohl Gemeindemitglieder als auch Studenten des Fachgebiets Restaurierung tätig sind, die dann aber von einem Dipl. Restaurator fachlich begleitet werden. Arbeiten, die das Umstreichen bzw. Reinigen des Gestühls betreffen, können ebenfalls von nicht ausgebildeten Arbeitskräften unter entsprechender fachlicher Betreuung erfolgen.

Konzeptionelle Arbeiten zur Entwicklung geeigneter Konservierungs- und Restaurierungsmethoden sollten aber in der Hand des Dipl. Restaurators verbleiben und entsprechend abgestimmt werden.

4. Fotodokumentation

Auf den folgenden Seiten werden die beschriebenen Befunde fotografisch dokumentiert und im einzelnen aufgeführt.

Als Kostprobe Bild 1:
Blick in den Chor zu Beginn der Sondierungsarbeiten. Der Kirchenraum ist derzeit dominiert durch die neogotische Wand- und Deckenbemalung sowie der braunen Holzimitationsfassung auf sämtlichen Ausstattungsteilen.

Kircheninneres
(Die folgenden ca. 70 Fotos werden ggf. später an dieser Stelle gezeigt.)
pdf
© Pfarramt Ahrenshagen, Stand 15.02.2003