| Glockenturm Tribohm: Baugeschichtliche Analyse | |
| Über diesen Bau gibt es in der Kirchenchronik nicht viel nachzulesen und zu erfahren. Um aber einen gewissen Überblick über die einzelnen Bauabschnitte dieser Konstruktion zu erhalten, wurde versucht anhand der noch existierenden Aktenunterlagen und den baulichen Spuren in dem Glockenturm einen Baualtersplan aufzustellen. Aufgrund der meist spärlichen Spuren sind nur für ausgewählte Bauteile, wie die unteren Wände und die Balkenlagen, Baualterspläne ausgeabreitet worden. Durch diese Pläne ist es möglich bestimmte Umbau- und Sanierungsmaßnahmen genauer zu analysieren und nachzuvollziehen. Außerdem kann die Sanierung nach bestimmten denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erfolgen. Somit kann versucht werden die Ursprünglichkeit dieses Glockenturmes zu erhalten. Instandsetzungsplanung Hierbei wurde versucht substanzschondene sowie substanzerhaltene Maßnahmen für die Sanierung dieses Glockenturmes zu finden. Vorab wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Stralsund eine denkmalpflegerische Zielstellung ausgearbeitet. Es sollte angestrebt werden den Glockenturm so zu sanieren, daß die zu sanierenden Hölzer wieder mittels zimmermannsmäßigen Holzverbindungen an die angrenzenden Konstruktionsteile angeschlossen werden. Neuartige Verbindungsmittel sollten vermieden werden, soweit es die Statik zuläßt. Außerdem sollen nachträglich eingebaute Hölzer in der Konstruktion verbleiben und die teilweise Schiefstellung des Turmes soll ebenfalls belassen werden. Für eine bessere und kostengünstige Sanierung habe ich vorgeschlagen, daß der gesamte Turmhelm während der Sanierungsarbeiten von der Unterkonstruktion abgenommen wird. | Für die Sanierung von bestimmten Bauteilen habe ich Varianten entwickelt und daraus eine Vorzugsvariante herausgestellt. Dabei sind bestimmte Anforderungen, wie Brandschutz, Feuchteschutz, Schallschutz, Wärmeschutz und Holzschutz, berücksichtigt worden. Anhand der zusätzlich erstellten Pläne sind die zu sanierenden und auszubauenden Hölzer zu erkennen. Diese können bei den Sanierungsarbeiten oder auch der Kostenkalkulation ihre Anwendung finden. ![]() |
| Gebäudebeschreibung Die Feldsteinkirche und der Glockenturm von Tribohm befinden sich im Ortskern, auf der östlichen Seite der Hauptstraße. Die Kirche steht auf einer kleinen Anhöhe und der Friedhof ist kreisförmig um diese angelegt. Die Kirchenachse ist in Ost - West Richtung ausgelegt. Der hölzerne Glockenturm ist der westlichen Seite des Kirchengebäudes vorgelagert. ![]() Die Errichtung der Feldsteinkirche konnte anhand einer dendrochronologischen Untersuchung, durch die Universität Hamburg, um 1257 datiert werden. Weitere Untersuchungen an dem Glockenturm ergaben einen vermutlichen Errichtungszeitraum um 1650. ![]() Der sich im Westen anschließende hölzerne Glockenturm ist mit einer innenliegenden Fachwerkkonstruktion errichtet worden. Dieser Turm ist ein hohes Turmständerbauwerk mit einem quadratischen Grundriß und steht direkt neben dem gemauerten Kirchenschiff, ohne mit ihm eine bauliche Verbindungen einzugeben. Das Bauwerk befindet sich auf einem Feldsteinfundament und die äußere nur zum Teil ältere Wandbekleidung besteht aus einer senkrechten Verbretterung (Boden - Deckelschalung). | ![]() Die senkrechte Gliederung wird durch die acht Wandständer im unteren Teil gebildet. Die drei Riegelreihen teilen die Wand in horizontale Gefache auf. Für eine bessere Stabilität sind an jeder Wandseite nochmals zwei Andreaskreuze, mit zwei kleineren Streben an den oberen Enden verzimmert, eingebaut worden. Die ursprünglichen Verbindungen sind aus einfachen Holzverbindungen, die durch Holznägel zusätzlich gesichert sind. Bei nachträglichen Sanierungsarbeiten sind dann diverse schmiedeeiserne Verbindungen ( z. B.: Flacheisen und Nägel) angewendet worden. Die zum Kirchenschiff hin liegende östliche Wandseite ist offen und ähnlich wie die mittlere Wandachse durch über die ganze Wand reichende Riegel verzimmert. Das zeltartige Dach kragt allseitig über eingezapfte Kopfbänder vor. Der Turmhelm weist einen 8 - eckigen Grundriß auf. Durch die sich im Dachbereich befindliche Glockenstube besitzt der Turmhelm eine mansardähnliche Dachform. Zum größten Teil besteht der Glockenturm aus Eichenholz, jedoch sind durch diverse Umbaumaßnahmen auch Kiefernholz in die Konstruktion eingebaut worden. In der schon erwähnten Glockenstube befinden sich zwei gußeiserne Glocken aus dem Jahre 1873, wie das folgende Bild zeigt. ![]() |
© Pfarramt Ahrenshagen, 30.11.2002 | |