Alle neuen Gutachten über die Kirche in Tribohm ... und wozu sie gut sind.
Für die Tribohmer Kirche konnten in den letzten Jahren erhebliche Mittel eingeworben werden, so daß die nötigsten Reparaturen in Angriff genommen werden konnten.
Zuerst wurde 2001/2002 ein neuer Dachbelag aufgebracht, verbunden mit notwendigen Reparaturen am Dachstuhl. Dabei bot sich Gelegenheit, das Mauerwerk und das Holz des Dachstuhls, die Dachkonstruktion und den Turm gründlich zu untersuchen. Dem Bausachverständigen Steffen-Tilo Schöfbeck aus Berlin gelang aufgrund stilistischer und dendrochronologischer Kriterien eine zuverlässige Altersbestimmung von wesentlichen Teilen der Kirche. Das Gutachten (I) ist in seinen wesentlichen Teilen hier nachzulesen.
Gerüst am Chor
Chorostwand mit Gerüst
Der bemerkenswerte Turm, dessen zeitliche Einordnung bisher besonders unsicher war, weshalb man sich in Fachkreisen über seine Bedeutung höchst uneinig war, konnte von Schöfbeck dem 14. Jahrhundert zugeordnet werden. Der im Glockenstuhl verbaute Balken mit der Jahreszahl 1650, der bisher im Zusammenhang mit einer Datierung des Turmes ins 18. Jahrhundert als "eindeutig recycled" bezeichnet wurde, soll neuerdings als Kronzeuge für ein Baujahr 1650 dienen. Daß er allerdings nicht zu den tragenden Teilen des Turmes gehört und daß er unbenutzte (und in seiner Lage auch unnötige) offene Zapfenlöcher zeigt, beweist, daß er tatsächlich im Turm ein zweites Leben führt und sein Dasein im Turm einem späten Umbau des Glockenstuhles verdankt, für die Datierung des Turmes somit keinerlei Bedeutung besitzt. Da der Turm stark geschädigt ist, muß er möglichst bald saniert werden. Über den erforderlichen Umfang und den Ablauf der Arbeiten sind sich die Fachleute noch nicht einig. Um sachgerechte Entscheidungen zu ermöglichen wurde im Winter 2001/2002 im Rahmen einer Diplomarbeit am Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Wismar, von Herrn Kay Stahnke unter Anleitung von Prof. Dr.-Ing. Frank Braun die Konstruktion des Turmes aufgenommen und es wurden die Schäden kartiert. Auszüge aus den sehr umfangreichen Ergebnissen werden hier unter II vorgestellt.
Mörtelschäden
Auch wenn der Farn das Mauerwerk verschönt, noch schöner wären geschlossene Fugen
Die furchtbaren Mörtelschäden, die baldige Reparatur erfordern, können bei einem so alten und wertvollen Bauwerk nicht einfach mit einigen Säcken Baumarktmörtel und im Rahmen eines Wochenendeinsatzes beseitigt werden. Zur Vorbereitung einer sachgemäßen Reparatur wurde von der Chefrestauratorin der Pommerschen Ev. Kirche, Frau Elke Kuhnert aus Stralsund eine ausführliche Untersuchung des Mauerwerks der Kirche durchgeführt und die Vorgehensweise für die Mauerwerksrestaurierung festgelegt. Wir bieten hier einige Auszüge aus ihrem Gutachten (III), um Interessierte "anzufüttern".

Einen erfreulichen Anhang gibt es, der kein Gutachten, sondern etwas viel Besseres enthält: Den Bericht über die Teilsanierung der Außenwände. Unter Aufsicht des BTBA (Büro und Tischlerei für Baudenkmalpflege und Altbauerhaltung Elmar Bodet STralsund), wurden Chor, Garvekammer und die unteren Bereiche der Ostwand der Kirche, in denen die schlimmsten Schäden vorlagen, von der Ribnitz-Damgartener Baufirma Rehaag saniert.

Wer sich ausführlicher informieren will, kann die drei Gutachten bei den jeweiligen Autoren bzw. ihren Dienststellen oder im Pfarramt Ahrenshagen einsehen.
Beide Bilder dieser Seite stammen aus dem Gutachten von Frau Kuhnert.
© Pfarramt Ahrenshagen, 30.11.2002