
Die Schäden waren schlimm; fast 50 Jahre Frost an ungeschützten Mauerkronen waren direkt zu sehen. Übrigens haben ja Fachleute herausgefunden, daß in genau zwei Jahren alles zusammengefallen wäre. Da staunt der Laie....!
Über die erforderlichen Arbeiten berichtet die Seite über den Instandsetzungsplan. Berichte über den Baufortschritt sind auf unserer 2005er Neuigkeitenseite gesammelt.

Aber die Pantlitzer Kirche lebt! Ihre Gemeinde lebt! Das konnte man beim diesjährigen Erntedank- und Richtfest wieder einmal eindrücklich erfahren. (Als das Bild geknipst wurde, fehlte letztere noch.)

Obwohl die Patronatsanbauten künftig keinem "heiligen" Zweck dienen sollen, sondern einem kulturellen - sie sollen als touristischer Stützpunkt genutzt werden- müssen beim Bau die zum Bauwerk passenden alten Techniken eingesetzt werden. Weil die Handwerker Gelegenheit haben, sich in Fertigkeiten zu üben, die sie in ihrer glücklichen Lehrzeit erworben und nie gebraucht haben, werden sie es -hoffentlich- etwas billiger machen.

Eine doppelte Feier macht vierfach Freude. Die muß man hören. Der kleine Posaunenchor begrüßte die Gäste mit lauter erfreulich lauter Musik.

Natürlich geht es bei einem Richtfest nicht ohne Reden ab. In Pantlitz gibt es viel zu reden. Diese Reparatur beendet die unglückselige Episode im "Leben" dieses Gotteshauses, welches 1972 aufgegeben wurde und abgerissen werden sollte. Einzelheiten sind hier nachzulesen. Der Grund war, daß historisch zugehörige Dörfer "umgemeindet" wurden. Damit kam der Gemeinde Ahrenshagen-Pantlitz die Mehrheit der Pantlitzer Gemeindeglieder abhanden. An der eigentlich viel zu geringen Zahl von Gemeindegliedern hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb ist eine zusätzliche Nutzung dieser Kirche, wie sie nun Dank EU-Hilfe ermöglicht wurde, so sinnvoll.

Der Baufortschritt erfreute viele Pantlitzer und Gäste. Nach der Beseitigung dieser häßlichen Wunde kann man die Kirche neben dem unvergleichlichen Reichtum der Natur des Recknitztales und den historischen Zeugnissen der Slavenzeit wieder zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählen.

Auch wenn die wichtigsten Schäden an Dach, Turm und nun den Patronatsanbauten beseitigt sind, bedarf die Kirche weiterer Reparaturen. Die im Bild sichtbaren Löcher sind nicht durch Beschuß, sondern durch Verwitterung entstanden. Die schlechte Qualität der Klinker wurde bereits kurz nach dem Bau bemerkt und bemängelt.
Die Bemühungen um die Kirche gehen also weiter. Es stehen noch auf dem Plan: Die Patronatsempore (inzwischen schon fertig!), die Fenster, das berühmte Altarbild, ....vielleicht sogar irgendwann wieder eine Orgel.

Was ein richtiger Christenmensch ist, feiert nicht ohne Kaffee und Kuchen. Petrus lieferte das gute Wetter, fleißige Frauen den Kuchen und der erfreuliche Anlaß die gute Laune.

Damit jeder erkennen kann, daß ein touristisches Zentrum in Pantlitz -Sinn macht (?) oh nee- einfach gebraucht wird, ein kurzer Blick über das abendliche Recknitztal.
Wahrscheinlich hat in diesem Tal vor 1050 Jahren der Große Otto (I.) ein fürchterliches Blutbad angerichtet. Dazu vergleiche man unsere Zeittafel.

...ein Jahr später.
So sieht das neue touristische Zentrum nach seiner vollständigen Fertigstellung im Sommer 2005 aus. Einprägen, Einplanen, Besuchen!