Von Michael Reimer
(von 1966 bis 1989 Pfarrer der Gemeinde Ahrenshagen-Pantlitz)
Die Anfangsgeschichte von Pantlitz aufzuhellen, macht einige Schwierigkeiten. Dafür gibt es, wie wir vermuten, neben der schlechten Quellenlage drei Gründe:
a) die mögliche Verwechslung des uns interessierenden Pantlitz bei Damgarten mit Pantelitz bei Stralsund - früher wurden beide Orte mal mit und mal ohne das eingeschobene "e" geschrieben -,
b) die vermutlich in beiden Pant(e)litz im Mittelalter gleiche Besitzerfamilie von Mörder und
c) die Verwechslung beider den beiden Pant(e)litz nahe-gelegenen Dörfer Vogelsang.
Wir können das ganze Problem hier nicht ausführlich darlegen, wollen aber einige Hinweise geben und damit zugleich vor der unkritischen Übernahme von Aussagen in der einschlägigen Literatur warnen.

Das uns interessierende Pantlitz wird urkundlich mit Sicherheit erstmals im Jahre 1336 erwähnt (2). Damals verkauft der Ritter Johann von Mörder dem Rat von Ribnitz zu einer frommen Stiftung eine Rente von 24 Mark in seinem Dorf Altenwillershagen. Er und seine Brüder, die Ritter Heinrich und Barold, sowie der Knappe Bertold von Preen, die alle mit ihrem Besitz bürgen, nennen als ihre anderen Güter: Pantlitz, Dettmannsdorf, Altenwillershagen, Ahrenshagen, Wiepkenhagen, Trinwillershagen, Neuenlübke, Todenhagen und Prusdorf. Schon 1289 besitzt die Familie von Mörder auch Behrenshagen, ebenso besitzen sie 1296 das Gebiet des erst 1318 erstmals genannten Tempel (3). Diese Dörfer einschließlich des unstreitig immer im Mörder'schen Besitz gewesenen Daskow bilden ein geschlossenes Gebiet. So vermuten wir wohl nicht zu Unrecht, daß auch Pantlitz und gegebenenfalls Vogelsang (3a) zu diesem Mörder'schen Besitz gehörten.
Die Familie von Preen, die in unserer näheren Umgegend zuerst 1318 in Tempel bezeugt ist, dessen Gebiet noch 1296 als Mörder'sches Eigentum bezeichnet wird (4), ist vermutlich durch Einheirat in die Familie von Mörder hier ansässig geworden, denn die Urkunde von 1336 legt eine enge Verwandtschaft des Bertold von Preen mit den von Mörder nahe. Später haben die von Preen eindeutig Besitz in Pantlitz, Tempel und Wiepkenhagen.
Im 3. Viertel des 15. Jahrhunderts gerieten sie hier in Vermögensverfall (5) und ziehen sich auf ihre mecklenburgischen Stammgüter zurück. Als ihre Nachfolger in den genannten drei Dörfern sind die von Steinkeller anzusehen.
Neben den von Preen erscheinen seit Ende des 14. Jahrhunderts in Pantlitz als Gläubiger der von Mörder die von Dechow, deren pommerscher Stammsitz Pütnitz war (6).
Im 16. und 17. Jahrhundert werden als Besitzer von Pantlitz immer die von Dechow und die von Steinkeller genannt, während die Familie von Mörder hier nicht mehr erscheint.
Bekannt sind heute nur noch Vogelsang bei Stralsund und Vogelsang bei Barth. Im Mittelalter gab es aber auch ein Vogelsang bei Daskow bzw. bei Pantlitz (7). Unser Vogelsang wird erstmals 1267 genannt (8). Damals schenkte Fürst Witzlaw II. von Rügen dem Kloster Neuenkamp zwei Hufen in Vogelsang. Zeuge ist u.a. ein Chotanus, der sicher mit Gotan I. von Mörder gleichzusetzen ist. Die beiden Hufen sind später im Besitz des Klosters Hiddensee, dann wieder des Klosters Neuenkamp, das schließlich 1495 Hans Steinkeller mit den beiden Hufen belehnt (9)
Zusammenfassend und weiterführend stellt sich uns die Besitzgeschichte von Pantlitz folgendermaßen dar (10).
Die Rügenfürsten belehnten Gotan I. von Mörder, der nachweislich (10a) seit 1254 in deren Diensten steht, mit einem größeren Gebiet östlich von Damgarten. Dieses Gebiet, dessen Südgrenze die Recknitz bildet, umfaßt auch die (schon vorhandenen oder erst dann gegründeten) Dörfer Pantlitz und Vogelsang. Zwei Hufen in Vogelsang sind seit 1267 Eigentum des Klosters Neuenkamp. Von der Familie von Mörder kommt ein Teil von Pantlitz (und wahrscheinlich von Vogelsang) an die Familie von Preen, später der andere Teil von Pantlitz an die Familie von Dechow.
Das Kloster Neuenkamp bzw. zeitweise Kloster Hiddensee belehnen den jeweiligen Besitzer des Preen'schen Hofes mit den zwei Hufen in Vogelsang, sofern es sich bei diesen zwei Hufen nicht um diesen Hof selbst handelt. Nach dem Vermögensverfall der von Preen erhält deren Besitz 1495 Hans von Steinkeller. Er und seine Nachkommen sind in der Folgezeit als Besitzer in Pantlitz - von Vogelsang wird nicht mehr gesprochen - neben den von Dechow genannt, bis 1625 diese Familie den Steinkeller'schen Anteil erwirbt. Fortan sind die von Dechow als Besitzer von ganz Pantlitz - und vermutlich Vogelsang (11) - nachzuweisen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts müssen sie Pantlitz verpfändet haben, denn es treten nacheinander dort die von Bassewitz (?), Stael von Holstein und von Warnstedt auf (12). Um 1740/45 gelangen die von Dechow wieder in den vollen Besitz von Pantlitz und sind dort noch bis 1758 nachweisbar. Dann muß ein Verkauf an die Familie von Thun auf Schlemmin erfolgt sein, denn 1760 werden sie als Besitzer und Kirchenpatrone genannt (13). Durch Erbschaft gelangt Pantlitz 1824 schließlich an die Familie der Freiherrn von Mecklenburg, die es 100 Jahre bis zum Zwangsverkauf an Oberamtmann Matthies besessen hat.
Von der ersten Kirche ist uns nichts weiter überkommen, und wir können über sie nur Vermutungen anstellen. 1341 wird für Pantlitz ein Pfarrer bezeugt (14). Pantlitz muß damals also eine Kirche besessen haben. Die älteste unseres Raumes ist die Kirche von Tribohm (um 1225), etwas jünger oder gleichalt ist die von Semlow (15). Noch etwas jünger ist die Kirche von Eixen und auch Teile der Kirche von Damgarten, während die Kirche von Ahrenshagen erst nach 1250/1260 entstanden ist. Entlang der Recknitz fehlt in dieser Reihe zwischen Tribsees und Damgarten Pantlitz. Läge es da nicht nahe, auch die erste Pantlitzer Kirche noch dieser Zeit vor oder um 1250 zuzuordnen? Die Siedlungsforscher gehen heute davon aus, daß im Mittelalter - analog zu den Städten, deren Anlage systematisch um einen rechteckigen Marktplatz, in dessen Nähe die Hauptkirche lag, mit im rechten Winkel zueinander verlaufenden Straßen erfolgte, - die ländliche Siedlung nach einem bestimmten System durchgeführt wurde. Danach wurden ganze Kirchspiele abgesteckt und einem Kirchdorf eine bestimmte Anzahl (künftiger) Dörfer zugesellt. In unserem Fall Pantlitz waren es mit Vogelsang sieben Dörfer gewesen. Vogelsang wird urkundlich zuerst 1267 genannt, als weitere Dörfer des Pantlitzer Kirchspiels folgen Prusdorf und Behrenshagen, erwähnt 1289 (16). Diese beiden Dörfer müssen aber schon vor 1280 bestanden haben (17). Spätestens in diese Zeit (1267 bis vor 1280) ist also der Bau der Pantlitzer Kirche anzusetzen, während als frühester Zeitpunkt 1225/40 möglich wäre. Die erste Nachricht über diesen vermutlich ersten Kirchenbau selbst finden wir gegen Ende seiner Lebenszeit in der Kirchenmatrikel von 1583, wo es heißt, daß die Kirche zu Pantlitz "gantz bau fällig ist, und nichts duget, und woll nötig eine andere neue Kirche zu bauen" (18).
Ob dann wirklich eine neue Kirche gebaut worden ist, geht aus den erhalten gebliebenen Akten nicht hervor. Bei der Visitation von 1669 heißt es, daß die Kirche "nunmehr ziml. repariret" ist (19). 1689 wird die Kirche als Kapelle bezeichnet und abgebrochen. - Ob es sich bei dieser Kapelle um einen Rest der ältesten Kirche von Pantlitz oder um einen Ersatzbau nach 1583 handelt, ist nicht mehr auszumachen. - Nun, 1689, wird eine Fachwerkkirche gebaut (20).
An dieser Fachwerkkirche wurden 1744 Reparaturen vorgenommen, u.a. erneuerte man an mehreren Stellen die Sohl-Balken (21). Der bis dahin vorhandene Turm ist wenige Jahre vor 1744 abgenommen und die beiden Glocken in einem neugefertigten Glocken-Stuhl aufgehängt worden (22). In der Folgezeit wurden immer wieder größere Reparaturen ausgeführt, zeitweise war die Kirche nicht benutzbar. Pastor Hennings, 1778 bis zu seinem Tode 1834 Pastor von Ahrenshagen und Pantlitz, weigerte sich einmal längere Zeit, die Kirche wegen ihrer Einsturzgefahr zu betreten. 1818 heißt es in einem Aktenstück der Pfarre, das Kirchengebäude sei in "den Ständern 9 Ellen hoch, die Länge desselben beträgt mit Einschluß des Kirchenchores 40 Ellen. Die Breite enthält 15 Ellen und eine halbe. Die Breite des Chores aber 10 1/4Ellen. ... Vor der Kanzel ist das Pantlitzer Patronatsgewölbe. Über dem Eingang in dasselbe liegt ein großer Grabstein." Nach einer größeren Reparatur konnte die Kirche 1819 wieder in Gebrauch genommen werden (23). Doch half auch diese Restaurierung nur vorläufig. So entschlossen sich das Patronat und die Eingepfarrten der Kirche 1858 endlich zu einem Neubau.
Vom Beschluß zum Neubau der Pantlitzer Kirche bis zum Baubeginn vergingen infolge des Todes der beiden damaligen Patrone (1862 starb Heinrich Freiherr von Mecklenburg auf Pantlitz und 1865 starb Wilhelm von Stumpfeldt-Lillienanker auf Daskow) und der beiden Kriege 1864 (Dänischer Krieg) und 1866 (Österreichischer Krieg) neun Jahre (24). Nach den Entwürfen und Kostenanschlägen des Stralsunder Stadtbaumeisters Ernst von Haselberg (25) wurde 1867 und 1868 der Bau ausgeführt. Das Baumaterial ist teilweise auf der Recknitz bis unterhalb des Kirchberges herangebracht worden. Die Ziegelsteine kamen aus der Ziegelei in Saal (26). Die Kirche ist auf dem Platz der alten Fachwerkkirche errichtet worden. Die in der alten Kirche befindlichen Grabgewölbe wurden wieder hergestellt und die neue Kirche darüber gebaut (27).
Am 20. Mai 1869 konnte die Kirche eingeweiht werden und krönte damit auch den Dienst des Pastors Zander, der nach 36-jähriger Amtszeit in Ahrenshagen und Pantlitz 1872 starb. Doch schon sein Nachfolger, Pastor Fittbogen, hierselbst Pastor bis 1883, schreibt, nachdem er die Kirche als "eine der schönsten unserer Gegend" lobt: "Leider hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, daß die Glasur der zum Thurm und der Verzierung der Umfassungsmauem verwandten Steine der Witterung nicht widersteht. Der schöne Thurm verlor bald an seinem Aussehen, und an der Umfassung bröckelten die glasierten Steine hier und da ab. Eine große Reparatur wird leider bald nötig sein." (28)
- Der Turmhelm war massiv aus Ziegelsteinen, die zugleich seine Bedachung ausmachten, gebaut worden. Die Dachtraufe des Kirchenschiffes und des Chores endete über dem Mauerwerk und war nicht über die Mauer hinweggeführt worden. So drang bald zunehmend Feuchtigkeit in das Gebäude ein.
Ob auf Grund mehrerer Gutachten die im Laufe der Zeit angefertigt wurden - das erste bereits 1886 -, Reparaturen durchgeführt worden sind, soll hier nicht untersucht werden. 1926 und 1927 sind schließlich zu Pastor Dunbars Zeit auf Grund eines Gutachtens des Provinzialkirchlichen Bauamtes für Pommern zu Stettin, gefertigt durch den Geheimen Baurat Rösener (29), umfangreiche Arbeiten durch das Stralsunder Baugeschaft Th. Teichen, Inhaber Dipl. Ing. Dalmer, ausgeführt worden. Dabei wurden an Kirchen- und Turmwänden schadhafte Steine ausgewechselt, die Traufe des Daches über Wand und Sims hinausgeführt. Die wichtigste Arbeit war jedoch die Sicherung und Eindeckung des Turmhelms. Dieser machte nach Röseners Gutachten "ungefähr den Eindruck, als ob er eine wirksame Beschiessung ausgehalten hatte" (30). Das Mauerwerk wurde ausgebessert und darauf ein Lattengerüst gebracht und verschalt. Der so verschalte Turm wurde mit Kupferblech eingedeckt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 24.000,-RM (31).
Warum hat die Kirchengemeinde 1972 ihre Kirche in Pantlitz aufgegeben? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns die Entwicklung der Kirchengemeinde Pantlitz ansehen. Zur Pantlitzer Kirche gehörten bis 1958 die Einwohner der Dörfer Pantlitz, Behrenshagen, Daskow, Dettmannsdorf, Prusdorf und Tempel. Die früher selbständige Pfarrstelle Pantlitz ist seit etwa 1680 mit der in Ahrenshagen kombiniert (32). 1861 hatte das Pantlitzer Kirchspiel 608 Einwohner, 1895 nur noch 547 (33). Durch die Besiedlung von Tempel und Prusdorf nahm die Zahl der Einwohner zu, so daß 1939 795 Einwohner gezählt wurden; 1956 werden auf Grund der noch vorhandenen hohen Zahl von Flüchtlingen 1450 Seelen angegeben (34). 1958 sind die drei größten Dörfer - Behrenshagen, Daskow und Tempel - pfarramtlich zu Damgarten gelegt worden. Die Kirchengemeinde Pantlitz schrumpfte auf (1964) 349 Einwohner (35). Doch diese Zahl täuscht, denn darin sind die Bewohner von Ahrenshagen, die südlich der Hauptstraße leben, als Siedler auf Prusdorfer Grund und Boden mitenthalten. Diese nutzten die Pantlitzer Kirche nur in den ersten Jahren und hielten sich bald zur Kirche in Ahrenshagen. So hatten die drei zur Pantlitzer Kirche zählenden Dörfer Pantlitz, Prusdorf und Dettmannsdorf um 1970 noch etwa 180 Einwohner. Dettmannsdorf galt als bald ausgelöschtes Dorf, Prusdorf war in ähnlicher Lage und in der staatlichen Planung auch zum Verschwinden bestimmt. Die Zahl der Einwohner verringerte sich also zusehends. Ebenso nahm seit Jahren auch die Zahl der Christen bzw. der aktiven Gemeindeglieder ab. Manch ein Gottesdienst fiel.aus, weil niemand kam. Im Winter 1969 luden einige aktive Gemeindeglieder in ihre warme Stube zum Gottesdienst ein. Dieser Vorschlag, zunächst für den Winter bestimmt, ab 1971 auch im Sommer praktiziert, kam aus der Pantlitzer Gemeinde, nicht vom Pastor, und beim Pastor hat sich auch kein Pantlitzer über eine solche Praxis beschwert.
Zugleich stand die Frage im Raum, was mit dem Kirchengebäude, unabhängig von der damals praktizierten Gottesdienstpraxis, wird. Schon 1970 hatte die Pantlitzer Kirche für rund 100 Besucher mehr Platz als die Kirchengemeinde Einwohner hatte.
Die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder, die die Kirche aus ihren Mitteln erhalten sollte, war ja weitaus noch geringer. Lag ihre Zahl um 1970 bei schätzungsweise 80% der Einwohnerschaft, so mag sie heute auf etwa 30 - 40% gesunken sein. Sollte die Kirche erhalten bleiben, so mußte jetzt (1970/75) etwas dazu getan werden. Die Landeskirche stellte dazu aber keine Mittel zur Verfügung, sie riet zum Abriß. Die Kirchengemeinde Pantlitz konnte aus eigenen Kräften nicht das nötige Geld aufbringen, und aus der nichtchristlichen Einwohnerschaft war damals keine Hilfe zu erwarten. - In früheren Zeiten hatten die Patrone, die ja die großen Wirtschaftsbetriebe (Güter) hatten und aus ihnen auch die entsprechenden Mittel für solche Zwecke bereitstellen konnten, die jeweils benötigten Gelder zur Verfügung gestellt. Doch welche LPG hatte um 1970 so etwas machen können, selbst wenn die Leitung es als ihren kulturellen Beitrag gesehen hätte (36). So hat der Gemeindekirchenrat unter Beratung durch den Beirat - das sind 25 Personen, darunter mehrere Pantlitzer - nach vielen Gesprächen im Februar 1972 schweren Herzens beschlossen, die Kirche aufzugeben. Niemand hat dagegen gestimmt und jeder, der damals dabei war, hat wohl bis heute sich immer wieder gefragt, ob dies die richtige Entscheidung war.
Alle, die damals dabei waren, werden froh sein, daß jetzt die Verantwortung zum Teil an einen Träger außerhalb der Kirchengemeinde abgeben werden konnte und mit Hilfe von Sponsoren und einer teilweise anderen Nutzung das die Landschaft so prägende Gebäude vielleicht doch an spätere Generationen weitergegeben werden kann.
a) Zu den früheren Einrichtungsstücken
(1) Die beiden hölzernen Epitaphien der Familie von Mörder (Henning Julius von Mörder †1699, Arend Christoph von Mörder †1702). Sie sind zu Zeiten von Pastor Naß abgenommen und auf die Orgelempore gelegt worden. Später sind mehrmals Jugendliche oder ältere Kinder in die Kirche eingedrungen und haben Teile vor allem des einen Epitaphs entfernt und in den Recknitzwiesen weggeworfen, wie mir Pantlitzer Einwohner erst Monate später, nachdem sie diese Teile in den Wiesen gesehen, aber liegengelassen hatten, erzählten. Wir haben die Epitaphien dann zunächst zur Sicherung nach Ahrenshagen bringen lassen, und sie haben dort in der Kirche nun ihren Platz und sollten ihn auch behalten, zumal die von Mörder auch Patrone der Ahrenshäger Kirche waren.
(2) Die drei Kabinettscheiben (um 1600) ( 1 Jürgen Holste, 2 Wappen und Beischrift Jürgen Steinkeller, 3 Wappen und Beischrift Hans Steinkeller) (37) befinden sich im Pfarrhaus in Ahrenshagen.
(3) Kruzifix und Leuchter (1869) sind ebenfalls im Pfarrhaus in Ahrenshagen.
(4) Die Orgel (von Mehmel, Stralsund, 1869) ist auch mehrmals von jugendlichen Einbrechern heimgesucht worden. Um den Rest einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, ist zwischen der pommerschen und der mecklenburgischen Landeskirche und deren Orgelsachverständigen vereinbart worden, die Reste der Orgel einer Kirchengemeinde bei Güstrow (Wattmannshagen ?) zu übergeben gegen eine Entschädigungssumme (Altmetallwert). Diese Summe haben wir (die Kirchengemeinde) jedoch niemals erhalten, obwohl sie mündlich über unsere Landeskirche angemahnt worden ist.
(5) Das Altarbild (Gerard Honthorst, 1590 - 1656: Die Heilige Familie) ist als Leihgabe bis zum Jahr 2000 an die Evangelische Kirchengemeinde Zarnekow, Kirchenkreis Wolgast, gegeben worden.
Verhandlungen über einen schriftlichen Leihvertrag sind anfangs geführt worden, aber von unserer Seite dann wegen Überlastung nicht weiter betrieben worden und schließlich in Vergessenheit geraten.
(6) Die Bronzeglocke (von C. Voß in Stettin 1869 umgegossen) hängt im Turm.
b) Bei künftigen Bauarbeiten ist zu beachten.-
(1) In der Kirche sind mindestens zwei Grüfte der früheren Besitzer von Pantlitz und Daskow. Sie befinden sich im Altarraum oder in dessen Nähe.
(2) Die große Kalksteinplatte vor dem Eingang am Turm könnte eine Deckplatte sein, die dann auch eine wichtige Urkunde zur Geschichte von Pantlitz und seiner Besitzer bzw. Kirchenpatrone wäre.
(3) Die an der Ost- und an der Westseite der Patronatseingange eingemauerten Grabstelen und die Grabplatte sind von der Witterung teilweise zerstört. Trotzdem bilden sie nicht nur kunsthistorisch einen wichtigen Schatz. Der Verfasser meint, und das wäre durch einen Fachmann gegebenenfalls nochmals zu prüfen, in der Platte das Wappen der Familie von Bassewitz erkannt zu haben. Dies wäre neben einem kaum lesbaren Namen in Akten der Barther Superintendentur der einzige dem Verfasser bekannte Hinweis auf das zeitweise Vorhandensein dieser Familie in Pantlitz.
Bei Bauarbeiten sollten diese drei Dinge also die entsprechende Beachtung und Schonung erfahren. Genauso vorsichtig sollte man sein, wenn entsprechende Grabplatten, Grabstelen oder auch nur kleinste beschriftete Fragmente aus der Zeit vor 1850, gegebenenfalls auch Reste von farbigen Glasscheiben u.a. gefunden werden.
Auch sollte die Familiengrabstelle der Familie von Stumpfeldt erhalten bleiben. Über eine mögliche Änderung, damit die Anlage pflegeleicht wird, müßte gegebenenfalls beraten werden.
1. Das hier unter 1. dargestellte sind noch nicht druckreife Vorüberlegungen des Verfassers zu einer ausführlichen Darstellung nachfolgend genannten Problems.
2. siehe PUB Bd. X Nr. 5437 (1336). Das in der Urkunde PUB Bd. 111 Nr. 1409 (1287) genannte Panlitz dürfte wohl Pantelitz bei Stralsund meinen.
3. PUB Bd. 111 Nr. 1766 (1296) und PUB Bd. V Nr. 3225 (1318). Aus diesen beiden Urkunden ist zu schließen, daß Tempel (wahrscheinlich) erst nach 1296 entstanden sein kann, sonst wäre 1296 wohl der Ort namentlich genannt worden.
3. Als Witzlaff II. 1267 dem Kloster Neuenkamp zwei Hufen in Vogelsang verlieh (PUB Bd. II Nr. 855), schenkte er offensichtlich die Lehnsherrschaft, und dem Besitz der von Mörder als Lehnsfolger (für zwei Hufen gegenüber dem Kloster) in Vogelsang steht nichts im Wege. Wie später (1495) die Verleihung dieser beiden Hufen an die von Steinkeller zeigt.
4. PUB Bd. V Nr. 3225, vgl. Anm. 3.
5. 1484 verpfändet Ernst Preen seinen Hof in Pantlitz an das Kloster Neuenkamp, vgl. Hoogeweg S. 206 zu Pantlitz u. 218f. zu Vogelsang.
6. Bagmihl Bd. II, S. 190: Mehrere Mitglieder der Familie von Mörder aus Pantlitz verschulden sich 1395 sowie 1409 und 1416 gegenüber den von Dechow.
7. PUB Bd.V Nr. 3439: 1320 verzichten mehrere von Mörder auf ihre vermeintlichen Rechte an Vogelsang zugunsten des Klosters Hiddensee. Vogelsang bei Stralsund wurde 1301 der Stadt Stralsund verkauft, siehe PUB Bd. IV Nr. 2008. Hoogeweg ordnet Vogelsang unter Hiddensee (S. 66) richtig als Dorf bei Daskow ein; unter Neuenkamp (S. 218 f.) identifiziert er es jedoch fälschlicherweise als das Stralsunder Dorf. Ein Relikt unseres Vogelsang ist die noch 1696 in der Schwedenmatrikel unter Gruel und Daskow genannte Wiese Vogelsang, vgl. Matrikelkarten S. 343 und 374 f.
8. PUB Bd. II Nr. 855; weitere Urkunden zu Vogelsang: PUB Bd. II Nr.1255 (1283), die o.g. Nr.3439 in PUB Bd. V (1320) und PUB Bd.VIII Nr. 5241 (1335). Bei der zuletzt genannten Urkunde folgt der Herausgeber der irrigen Meinung von Hoogeweg und setzt das dort genannte Vogelsang mit dem Stralsunder gleich.
9. Näheres siehe in den in 8. genannten Urkunden und bei Hoogeweg.
10. Wir können hier nicht alle Einzelheiten aufzählen, sondern nur andeuten, und wir behalten uns eine ausführliche Darstellung, wie oben gesagt, für die Zukunft vor.
10. a) vgl. Bagmihl Bd. II, S. 105
11. Die Feldflur von Vogelsang könnte auch zwischen Daskow und Pantlltz aufgeteilt worden sein.
12. Nachweise in meinen noch unsortierten Notizen.
13. vgl. meine eigenen Aufzeichnungen nach den Kirchenbüchern, Kirchenregistern u.a.
14. vgl. Heyden II S. 25.
15. vgl. Kugler: Seitenangabe ist mir momentan nicht möglich. -
In Zeitungsveröffentlichungen der letzten Jahre wurde die Semlower Kirche immer als die älteste angegeben, ja sogar einmal noch in das 12. Jahrhundert versetzt.
Das hat zwei Gründe: Einmal hat sich der mit dem Semlower Grafen Behr-Negendank befreundete und auch in Semlow aktive Schweriner Historiker Lisch im vorigen Jahrhundert ähnlich geäußert, allerdings wohl ohne Beachtung der Tribohmer Kirche. Zum anderen stand Semlow als sozialistisches Zentraldorf immer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses in den zurückliegenden Jahren. Für das besondere Alter der Tribohmer Kirche spricht u.a. das Rundfenster am Ostgiebel. Für Semlow und für Triebohm kann jedoch als sicher gelten, daß beide Kirchen um 1225 im Bau waren bzw. vor ihrer Fertigstellung.
16. PUB Bd. II Nr. 855 und Bd. III Nr.1520.
17. In der Urkunde PUB Nr.1520 sagt Heinrich von Mörder, daß er beide Dörfer von seinem Vater geerbt habe; sein Vater, Gotan I., starb aber 1280.
18. Pfarrarchiv, Acta Matricularia S.81
19. Pfarrarchiv, Akten.
20. so Heyden II S. 25 (nach Landesarchiv Greifswald bzw. früher Stettin Rep.36 II, B1).
21. Pfarrarchiv, Matrikel von 1745.
22. ebd.
23. Zum Vorhergehenden vgl. das Memorabilienbuch sowie andere Akten des Pfarrarchivs Ahrenshagen (Zitat nach einer Abschrift von Methling, in meinem Besitz).
24. Pfarrarchiv, Memorabilienbuch S. 37f.
25. Ein Vorfahre war Bürgermeister in Barth; de Familie wurde 1802 geadelt. Ernst von Haselberg war in Stralsund mehrere Jahrzehnte Stadtbaumeister und hat sich u.a. um die Wasserversorgung von Stralsund verdient gemacht. Er lebte von 1827 - 1905. Von Bedeutung ist nach wie vor seine Bearbeitung eines ersten Inventars der Bau- und Kunsdivenkmale im damaligen Regierungsbezirk Stralsund. vgl. zu allem Sammlung Reimer zu Familien unserer Gegend.
26. Der Bericht von Haselberg's und seine Zeichnungen, Prüfers Archiv
27. vgl. Prüfer, Archiv S. 82.
28. siehe Pfarrarchiv, Memorabilienbuch S. 38.
29. Gutachten, Akten des Pfarrarchivs Ahrenshagen.
30. Gutachten, s. Anlage 2 S. 3.
31. Pfarrarchiv, Memorabilienbuch S. 103 sowie Pfarrakten.
32. vgl. Heyden 11 S. 25 und eigene Forschungen.
33. siehe Provinzial-Kalender 1865, S. 298 und Handbuch 1898, S. 220, 224 und 228.
34. Pfarralmanache 1940 und 1956.
35. Pfarralmanach 1964.
36. Als rund 15 Jahre später dieser Gedanke von Bischof Dr. Gienke geäußert wurde, ob nicht etwa die LPG'n zur Rettung des Gebäudes etwas beitragen könnten, kam es zwar zu Gesprächen zwischen der Kirche und den Wirtschaftsbetrieben, die Durchführung scheiterte dann jedoch aus mancherlei Gründen, u.a. Erkrankungen einiger Hauptbeteiligter.
37. In Bau- und Kunsdivenkmale / Mecklenburgische Küstenregion S. 471 wird irrigerweise von vier Kabinettscheiben gesprochen
| Außer Akten des Pfarrarchivs Ahrenshagen einschließlich der Kirchenbücher, Kirchenrechnungsregister, des Memorabilienbuches, der Kirchenmatrikeln und Akten des Superintendenturarchivs Barth sowie Abschriften des früheren Lehrers in Ahrenshagen Methling, die mir seine Frau vor vielen Jahren überreichte | - nicht die Chronik von Ahrenshagen, die Herr Methling verfaßt hat, die Frau Methling nicht aus der Hand gab und nach ihrem Tod einer der beiden Söhne in Besitz genommen haben soll - stand mir nachfolgende Literatur zur Verfügung: |
| Bagmihl II | Bagmihl, J.T.: Pommersches Wappenbuch, Bd. 11, Stettin 1846. |
| Bau- und Kunsdivenkmale / Mecklenburgische Küstenregion | Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR. Mecklenburgische Küstenregion. Bearb. von e. Kolletiv durch Gerd Baier, Horst Ende, Brigitte Ottmanns. Berlin 1990 |
| Handbuch 1898 | Handbuch für Neu-Vorpommern und das Fürstenthum Rügen. 137. Aufl. 1898. |
| Haselberg | von Haselberg, E(rnst) (Bearb.): Die Baudenkmäler des Regierungs-Bezirks Stralsund. Stettin 1881. |
| Heyden II | Heyden, Hellmuth (Bearb.): Die Evangelischen Geistlichen des ehemaligen Regierungsbezirkes Stralsund - Kirchenkreise Barth, Franzburg und Grimmen -. Greifswald 1959. |
| Hoogeweg | Hoogeweg, H.: Die Stifter und Klöster der Provinz Pommern. Band II. Stettin 1925. |
| Kugler | Kugler, Franz: Pommersche Kunstgeschichte. In: Baltische Studien, Alte Folge Bd. 8a (1840), S. 1ff. |
| Matrikelkarten | Curschmann, Fritz (Bearb.): Matrikelkarten von Vorpommern 1692 - 1698 Karten und Texte. 1. Teil. Rostock 1948. |
| Pfarralmanach 1940 | Das Evangelische Pommern. II. Teil: Behörden, Kirchen, Pfarrstellen, Geistliche, Anstalten und Vereine. Bearb. von Pastor Glaeser. Stettin 1940. |
| Pfarralmanach 1956,1964 | Pfarr-Almanach. Hrs. vom Evang. Konsistorium Greifswald. 1956. dito 1964. |
| Provinzial-Kalender 1865 | Provinzial-Kalender für Neu-Vorpommern und das Fürstenthum Rügen auf das ;Gemein-Jahr 1865. Stralsund. |
| Prüfer, Archiv | Prüfer, Theodor (Hrsg.): Archiv für kirchliche Baukunst und Kirchenschmuck. 1. Jahrgang Berln 1876. |
| PUB | Pommersches Urkundenbuch. Ehemals hrsg. vom Königlichen Staatsarchiv zu Stettin und später von anderen Hrsg. Bd. II, Neudruck Aalen, Köln/Graz 1970 Bd. III, Neudruck Aalen, Köln/Graz 1970 Bd. IV, Neudruck Aalen, Köln/Graz 1970 Bd. V, Neudruck Aalen, Köln/Graz 1970 Bd. VIII, Köln/Graz 1961 Bd. X, Köln, Wien 1984 |