
Bei dem Patronatsanbau handelt es sich um die beiden ehemaligen Treppenhäuser zu den Kirchenemporen der Adelsfamilien, die den Bau der Kirche 1868 finanzierten.
Der Anbau war seit etwa 1990 dachlos und ruinös. (Fotos S. 4 und 5) 2002 wurde ein Sicherungskonzept entwickelt, wie das Gebäude bedacht und ausgesteift werden sollte. 2004 wurde das Konzept zur touristischen Nutzung daraus weiterentwickelt.
Da die Fassade nach Süden Setzrisse aufwies, war es erforderlich, den Baugrund zu erkunden, was zu dem Ergebnis führte, dass der einzubauende EG-Fußboden als tragende Sohlplatte ausgebildet werden mußte. (Fotos S. 6, 7 und 9)
Das Konzept sah die Einrichtung einer Teeküche mit Aufenthaltsraum im westlichen und ein behindertenfreundliches WC, Hausanschlußraum und Treppenaufgang im östlichen EG-Teil vor. Im Zuge des Einbaus der Bodenplatte wurden die Hausanschlüsse an die öffentlichen Netze für Trinkwasser und Abwasser verlegt. (Fotos S. 8)
Darüber über der gesamten Gebäudegrundfläche ein weiterer Aufenthaltsraum eingebaut werden. Zum Einbau der Zwischendecke, die gleichzeitig das Gebäude aussteift, wurde die vormalige Trennmauer bis zur Höhe des EG abgetragen. Die zuvor höher liegenden Bögen wurden auf dieser Höhe wieder gemauert. (Fotos S. 5 und 9)
Die Zwischendecke wurde ebenso wie die Treppe aus Beton vor Ort hergestellt. Zur Lagerung der Decke und der Abtrennung von WC und Hausanschlussraum wurden Innenmauern errichtet. (Fotos S. 10 bis 12)
Durch den OG-Raum bedingt war es erforderlich, die gewesene Dachform der zwei Satteldächer, die auf einer Trennwand auflagen, aufzugeben. Für die weit gespannte Dachkonstruktion, die auf den Mauerkronen der östlichen und westlichen Gebäudemauer aufsitzt, war es erforderlich, diese substanziell schwer geschädigten Bauteile wieder aufzumauern. Dabei wurden Beton-Ringanker eingebaut, auf denen die Schwellen der Dachrofen ruhen. Das neue Dach hat seitlich Satteldachflächen, dazwischen aber ein Pultdach. Dabei ist das Pultdach in der Süd-Ansicht hinter den Staffelgiebeln nicht sichtbar, so daß die einstigen Dachansichten wieder hergestellt wurden. (Fotos S. 14 bis 16)
Das Dach wurde im mittleren Teil mit Kupferblech belegt, ebenso sind alle Dachanschlüsse an aufgehendes Mauerwerk mit Kupferblech gearbeitet. Die Seiten sind mit Hohlpfannen gedeckt. (Fotos S. 17 bis 19)
Ein Fluchtweg führt aus dem oberen Raum über einen wieder errichteten Teil der einstigen Partonatsempore auf die Orgelempore. Die zugemauerten früheren Patronatsemporenzugange wurden geöffnet und mit einer verglasten Fluchttür und Festfenster geschlossen, wodurch sich die Belichtung von Kirche und OG-Aufenthaltsraum verbesserte. (Fotos S. 20)
Die Fenster in der Süd-Fassade wurden wie im ursprünglichen Zustand bleiverglast. Als Luftungsmöglichkeit wurden in die OG-Fenster Lüftungsflügel eingebaut- Auch die Schwitzwasserabläufe wurden erneuert. Das OG wurd zusätzlich über eine Dachfenster belichtet, das zugleich Dachausstieg auf das Pultdach ist. (Fotos S. 21 und 22)
Aus Gründen der günstigen Zugänglichkeit wurden an den drei sich über den Anbau erhebenden Stützpfeilern der Kirche die Abdeckungen mit Eiberschwanzziegeln erneuert und die schwerwiegendsten Fugenschaden des Mauerwerks ausgebessert. An dem im gleichen Bereich gelegenen westlichen Kirchenfenster wurden einige beschädigte Glasfelder erneuert. (Fotos S. 23)
Die Mauern und Giebelstaffein wurden wieder hergestellt. Dazu wurden lose Bauteile abgetragen und neu gemauert, die klaffenden Mauerwerksrisse verfüllt, schadhafte Ziegel, auch Formziegel ausgetauscht und das Fugennetz ausgebessert, auch am Sockel aus vorgeblendeten Granitplatten. (Fotos S. 24 bis 26)
Der Innenausbau des Daches erfolgte mit Wärmedammung und doppelter Gipskartonbeplankung. Die Treppe erhielt ein Geländer, das Treppenloch eine Brüstung. Die Treppe und die Bodenflächen der Durchlasse zur Kirche erhielten Fliesenbeläge. (Fotos S. 27 bis 29)
Im EG und OG wurden alle Mauerflächen innen verputzt und die Fußböden nach Sperrung und Dämmung mit Elektroheizungen ausgestattet, die in Asphaltestrichen eingegossen sind. (Fotos Seite 13)
Der WC-Raum ist mit WC, Handwaschbecken, Lüfter und Frostwächter ausgestattet. Die Belüftung der Grundleitung und das Abluftrohr wurden in den Dachraum unter den Lüftungsfirst geleitet. (Fotos S. 30)
Der Elektrizitätsanschluss wurde aus der Kirche in den Hausanschlußraum gelegt Die Heizungen werden zonal über drei Thermostaten gesteuert.
Als Innentüren wurden drei Sperrtüren eingebaut. Die erhaltenen originalen Eingangstüren wurden nach Überarbeitung wieder eingebaut.