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Bericht der Pommerschen Kirchenzeitung über die Einweihung der Tribohmer Kirche
Warum Tribohm? Ja, diese Frage sei ihr nicht ganz unbekannt, sagt Barbara Müller-Plathe. Dabei sei es eigentlich ganz einfach gewesen. "Ich, als alte Hinterpommerin, hatte das Bedürfnis, in Vorpommern an der Erhaltung eines gefährdeten Kulturdenkmals mitzuwirken."
Die Wahl der Hamburger Ruheständlerin fiel auf die kleine Dorfkirche in Tribohm. Dort wollte sie sich engagieren, "weil da so eine lebendige Gemeinde war". Dabei habe sie allerdings "eher an eine einzelne Figur als an eine ganze Kirche gedacht", erinnert sie sich an die Zeit vor rund zehn Jahren. Schließlich sei es um 10 000 Mark gegangen, die sie für ihr geplantes Engagement zur Verfügung hatte.

Förderin Barbara Müller-Plathe während ihres Grußwortes an die Gemeinde (auf der Bank sitzend: Bischof Abromeit, GKR-Mitglied Sybille Dally, Pfarrer Wolfgang Miether und verdeckt der bisherige Pfarrer K. Hirte ).
Was klein begann, fand nun am vergangenen Sonntag seinen großen Abschluss. Mit einem Gottesdienst wurde die feierliche Wiedereinweihung der ältesten Dorfkirche Nordvorpommerns gefeiert. Und wie nicht anders zu erwarten, war die Kirche zu Tribohm so voll, dass die Gemeinde auch noch in der Winterkirche Platz nehmen musste.
Alle Sponsoren und Vertreter der Stiftungen, die mit ihrem finanziellen Engagement die Sanierung der Kirche ermöglichten, hatten es sich nicht nehmen lassen, an dem Festgottesdienst teilzunehmen. Und auch Klaus-Christian Hirte, bis vor kurzem Pfarrer in der Gemeinde Ahrenshagen, zu der Tribohm gehört, war aus seiner neuen Wirkungsstätte in der Schweiz angereist, um an diesem Festtag noch einmal in "seiner" Kirche seiner früheren Gemeinde zu begegnen und dankte allen Spendern mit bewegenden Worten.
Der Barther Singkreis sorgte mit dem Einstimmen in die Liturgie und Motetten für einen würdigen musikahschen Rahmen.
Bischof Hans-Jürgen Abromeit ging in seiner Predigt zum Sonntag Trinitatis auch auf die Geschichte der Tribohmer Kirche ein und bezeichnete die in ihrer alten Würde und Schönheit wieder erstandene Kirche als "Wunder vor unseren Augen". Er lud die Gemeinde ein, sich "an diesem Tage mit dieser Kirche in die Freude über Gottes Unerforschlichkeit und Fürsorge" einbeziehen zu lassen.
Barbara Müller-Plathe verband mit den Glückwünschen den weiteren Wunsch nach einem reichen und erfüllten Gemeindeleben in Tribohm.
Insgesamt sind seit damals über eine Million Euro in die Komplettsanierung des Feldsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert geflossen. Während Barbara Müller-Plathe zurückhaltend von einer "wunderbaren Vermehrung des Geldes" spricht, weiß Klaus-Chlistian Hirte genau, wie viel persönliches Engagement der ehemaligen Ärztin hinter dieser Erfolgsgeschichte steht. Unermüdlich sei sie beim Spendensammeln gewesen, sagt Hirte. Keine Stiftung, kein guter Bekannter sei vor ihren "Bettelbriefen" sicher gewesen, fügt er schmunzelnd hinzu.
Allein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz habe insgesamt über 330 000 Euro bereitgestellt, dazu kamen Mittel aus der "Heinz und Renate Wiedemann-Stiftung", der "Zeit"- und der Reemtsma-Stiftung. Weitere Unterstützungen seien von Bund, Land, Kirchenkreis und Landeskirche sowie von anderen Stiftungen gekommen.

Die Kirche von Tribohm: Insgesamt sind in den letzten Jahren über eine Million Euro in die Komplettsanierung des Feldsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert geflossen.
Auch auf ihn übe die Tribohmer Kirche mit ihrer besonderen Lage am Recknitztal einen besonderen Reiz aus, bekennt Gemeindemitglied Harald Brondkte. Das Recknitztal ist seit 1000 Jahren die Grenze zu Mecklenburg und so wurde der 800 Jahre alte Tribohmer Sakralbau auch als Wehrkirche errichtet.
"Eine kleine Feldsteinkirche mit einem hölzernen Turm, der mit Eichenschindeln- gedeckt-ist. Dann die Friedhofsmauer, aus Feldsteinen aufgeschichtet, ein uraltes Tor - so ein historisches Ensemble hat seinen ganz eigenen Reiz", versucht der 72-Jährige die Beliebtheit von Tribohm zu erklären.

Tribohm während der Sanierung.
Dabei war der Zustand der Kirche über Jahre alles andere als reizend. "Das Gebäude befand sich in dem allerjämmerlichsten Zustand, den man sich denken kann", sagt Barbara Müller-Plathe. Turm und Dach seien einsturzgefährdet gewesen, "es war sogar schon verboten, hier hereinzukommen". Die Wände hätten große Risse gehabt, "und das Kircheninnere war muffig, grün-schwarz von Algen und Schwamm".
Die kleine aktive Kirchengemeinde habe auch schon zu DDR-Zeiten viel versucht, um ihre Kirche zu erhalten, erzählt Klaus-Christian Hirte. Bereits in den 70er Jahren habe sie über Tauschgeschäfte Betonziegel "organisiert", damit das Kirchendach damit eingedeckt werden konnte. Diese haben dann später leider dafür gesorgt, dass der Dachstuhl absackte.
Gerade weil die Kirche in einer "leider glaubensannen und strukturschwachen Region" stehe, sei so eine restaurierte Kirche "ein bisschen wie der Leuchtturm", ist Pfarrer Hirte überzeugt. Die Menschen sähen die Kirche und würden sagen: "Seht mal, ihr macht dort eure Kirche, dann gibt es noch Hoffnung hier für unsere Region."
Unter obiger Überschrift berichtete die Ostseezeitung vom 1.Juni über die Einweihung der Tribohmer Kirche am 30. Mai.
Von VOLKER STEPHAN
Tribohm. Eine festlich gekleidete und feierlich gestimmte Gemeinde erwartete am Trinitatis-Sonntag die Predigt von Landesbischof Hans-Jürgen Abromeit. Der besondere Grund: Nach zwölf Jahren Restaurierung wurde die Tribohmer Feldsteinkirche eingeweiht.

Vor fünf Jahren habe er eine Baustelle erlebt. "Als ich sie heute betrat, da dachte ich, dass ein Wunder geschehen sei", sagte Bischof Abromeit. Als einen Grund für die schwierige bauliche Situation oder gar den teilweisen Einsturz vieler Kirchen sieht er in der sinkenden Zahl von Christen in der Region. "Es sind weniger da, die Verantwortung übernehmen konnten. Damgartens Pastor Wolfgang Miether, der die Tribohmer Kirche als Vakanzvertretung betreut, bedankte sich bei den anwesenden Stiftungsmitgliedern. Auf einer Messingtafel sind die Namen der Geldgeber eingraviert. Darunter befinden sich beispielsweise die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonn, die Hermann-Reemstma-Stiftung Hamburg, die Katharina & Gerhard Hoffman Stiftung Hamburg und die Rudolf-August-Oetker-Stiftung Bielefeld.
Der Pastor dankte speziell Barbara Müller-Plathe aus Hamburg, die mit einer eigenen Spendenaktion 100 000 Euro aufgebracht und sich darüber hinaus bei anderen Stiftungen für die Tribohmer Kirche eingesetzt hatte. Bei einer Besichtigungstour vor zehn Jahren habe sie sich mit ihrem Mann verschiedene Baudenkmäler angesehen. Die Kirche in Tribohm sei dunkel und muffig sowie grün und schwarz von Algen gewesen, es hätten viele große Risse geklafft. "Man stand mehr in einer Gruft als in einer Kirche. Dann ertönte der warme Klang der Orgel und wir wurden von Gemeindegliedern und Pastor Hirte warmherzig empfangen. Nach einigen Tagen Bedenkzeit entschieden wir uns, für diese Kirche zu spenden. Wir fühlten, dass die Gemeinde sie braucht."
Landrat Ralf Drescher bedankte sich in seinem Grußwort bei denen, die fest an den Wiederaufbau der Tribohmer Kirche geglaubt hatten. Als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Leader sei er zu der Überzeugung gelangt, dass die Kirchen im Landkreis nicht nur für gläubige Menschen, sondern auch im Bereich der weltlichen Gemeinden als wichtige Anlaufpunkte dienen. "Deshalb wird es von uns auch weiterhin Unterstützung für Projekte lebendiger Kirchengemeinden geben."
Ein Satz auf der Website der Kirchengemeinde habe ihn im Januar 2003 besonders berührt. "Pastor Klaus Christian Hirte schrieb, dass man für diese Kirche etwas tun muss, weil es eine Kirche zum Liebhaben ist. Und genau das haben Sie getan - Sie haben Ihre Kirche liebgehabt und es dadurch bis hierher geschafft."
Für die Kirchenmusik während des Gottesdienstes sorgte der Barther Singkreis, der vertretungsweise unter der Leitung der Wustrower Kirchenmusikdirektorin Anne-Dore Baumgarten stand.
Die Tribohmer Kirche ist eine der ältesten Dorfkirchen Norddeutschlands. Sie wurde Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts aus Feldsteinen erbaut und zeigt noch heute die baulichen Merkmale der damaligen Wehrkirchen.

Ribnitz-Damgarten (epd). Die einzige Radfahrerkirche in Vorpommern in Pantlitz bei Ribnitz-Damgarten öffnet ab Pfingsten wieder ihre Türen. Täglich von 14 bis 18 Uhr könnten sich Fahrradfahrer in der Kirche bei einer Rast mit der Geschichte der Region beschäftigen, einen Imbiss einnehmen und die Stille genießen, sagte Sybille Dally vom Gemeindekirchenrat am Donnerstag dem epd. Neben Werkzeug für kleine Fahrrad-Reparaturen und Informationen zu Unterkünften in der Region liege in der neugotischen Kirche auch eine Kinderbibel zum Vorlesen aus.
Die Idee, mit der Radfahrerkirche mehr Touristen in das weitgehend unbekannte Hinterland südlich der Ostseeküste zu locken, werde angenommen, so Dally weiter. Pfingsten 2006 wurde der 1869 eingeweihte neugotische Sakralbau als Radfahrerkirche deklariert. Damit habe sich für die Kirche, die ursprünglich Anfang der 70er Jahre abgerissen werden sollte, eine neue Perspektive eröffnet, heißt es. Direkt neben dem Kirchengebäude befinden sich die unerforschten Reste einer bedeutenden slawischen Burganlage aus der Zeit zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert. (21.5.2010)
Die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung vom 4. April 2010 berichtet:

Der Gemeindekirchenrat verabschiedet sich mit Geschenken und guten Wünschen von ihrem bisherigen Pfarrer Klaus-Christian Hirte.
"Zehn Jahre sind eine lange Zeit, wenn man sie vor sich hat. Aber eine kurze Zeit, wenn sie vorbei sind." Mit diesen Worten fasste Gemeindekirchenratsmitglied Sybille Dally zusammen, was wohl so mancher dachte, der am vergangenen Sonntag nach Ahrenshagen kam, um Pfarrer Klaus-Christian Hirte und seine Familie aus der Gemeinde zu verabschieden.
Für Pfarrer Hirte, der zum 1. Mai eine Stelle in Rheinfelden in der Schweiz antritt, ein "schwerer Abschied", wie er selbst zugibt. Und so war am Sonntag in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche in Ahrenshagen zunächst einmal der Ort für einen Blick zurück und auch für ein wenig Wehmut.
Ein "junger, unerfahrener Pfarrer" sei er gewesen, als er vor reichlich zehn Jahren in die Gemeinde gekommen sei, erinnerte sich Klaus-Christian Hirte in seiner Predigt, "verunsichert, was mich erwarten würde". Mittlerweile seien ihm die Kirchen in Ahrenshagen, Langenhanshagen und Lüdershagen sowie in Pantlitz, Schlemmin und Tribohm "ans Herz gewachsen". Sie seien "Leuchttürme des Glaubens in einer glaubensarmen Gegend".
Doch Hirte erinnerte seine Gemeinde auch daran, dass die Glaubensgemeinschaft in der Gemeinde existiert, "weil sie nicht um sich selbst kreist, sondern um Jesus Christus". Sein Wunsch sei, dass diese Gemeinschaft wachse, dass der Zusammenhalt nicht zerbreche, "nur weil der Leithammel vielleicht weg ist".
Die Superintendentin des Kirchenkreises Stralsund, Helga Ruch, dankte Hirte für seinen Dienst. Abschied habe etwas Wehmütiges, weil man etwas zurück lassen müsse, sagte sie. Aber Hirte, den sie stets als "unermüdlichen Pfarrer" erlebt habe, würde Gemeinde und Kirchengebäude "gut versorgt" hinterlassen, betonte die Superintendentin.
Dass Familie Hirte nun ausgerechnet in die Schweiz wechselt, dorthin, wo es in den vergangenen Jahren schon einige pommersche Pfarrerinnneu und Pfarrer hingezogen hat, sei "reiner Zufall", erzählt Hirte. Schon länger hätten seine Frau und er darüber nachgedacht, sich zu verändern. "Die Landeskirche empfiehlt einen Pfarrstellenwechsel nach zehn Jahren", sagt Hirte und fügt hinzu: "und aus meiner Sicht auch zu recht." Nach so einer Zeitspanne würde ein Wechsel gut tun, glaubt er, "und zwar nicht nur dem Pfarrer, sondern auch der Gemeinde". Für beide Seiten gebe es so die Möglichkeit, neue Schwerpunkte in ihrer Arbeit zu setzen. Und wenn schon "die schöne Pfarrstelle Ahrenshagen" verlassen, "dann gleich richtig - nämlich ins Ausland", lässt der Pfarrer die familiären Überlegungen Revue passieren.
Von seiner Landeskirche, die er zunächst für die Zeit von sechs Jahren verlässt, wünscht er sich, "dass sie sich mehr um die Landgemeinden kümmert. Da fühlen sich einige oft allein gelassen", weiß Hirte. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kirchenkreis sei aus seiner Sicht immer eng und gut gewesen, "aber Greifswald hat die Landgemeinden zu wenig im Blick", so Hirtes Fazit nach zehn Jahren. Zehn Jahre, in denen sich auch die Struktur seiner Gemeindearbeit verändert hat. Während die Teilnahme an regelmäßigen Angeboten eher rückläufig sei, wachse die Projektarbeit
Ein "Projekt", das Klaus-Christian Hirte auch persönlich immer sehr unterstützt hat, war die Kirchenzeitung: Noch im Vikariat als Mitarbeiter, hat er die Arbeit der Zeitung dann bis jetzt als Mitglied im Vorstand des Presseverbandes für MecklenburgVorpommern unterstützt: "Die Kirchenzeitung ist ein Premium-Produkt, das die Nordkirchenfusion hoffentlich in angemessener Weise überlebt", wünscht sich Klaus-Christian Hirte.

Wie die Kirche in Ahrenshagen, sind Pfarrer Hirte auch "seine" Kirchengebäude in Langenhanshagen und Lüdershagen sowie in Pantlitz, Schlemmin und Tribohm "ans Herz gewachsen".
Seine Arbeit auf dem Lande hat ihm Freude gemacht, gleichzeitig hat er sich um, die. Kirchen rund um Ahrenshagen gekümmert. Nun geht Pastor Klaus-Christian Hirte für einige Jahre in die Schweiz.
Von MICHAEL SCHISSLER
Ahrenshagen. Wenn es um ihn gehen soll und um seine Verdienste, dann ist er ein Meister im Ablenken. "Das ist nun die schönste Jahreszeit", sagt Klaus-Christian Hirte (43) und schaut in den Garten des Pfarrhauses, "und nun gehen wir in die Schweiz, ich wäre lieber im finstersten Winter gegangen." In der Schweiz müsse er vielleicht lernen Ski zu fahren.
Es geht aber nicht um den Garten, und es geht nicht ums Skifahren. Es soll um ihn gehen: "Ich habe doch einfach nur meine Arbeit gemacht und mehr nicht." Dann will er wieder ausweichen: "Die Notsicherung in der Ahrenshäger Kirche ist nun abgeschlossen, der Giebel verfugt. "Nun ist er in der Falle: Das ist es nämlich, was er mehr gemacht hat, der Ahrenshäger Pastor. Wofür er viele Arbeitsstunden aufgewandt hat. Die Kirche in Tribohm ist durchsaniert, "in Pantlitz war schon eine Menge gemacht", aber er hat dafür gesorgt, dass der Patronatsanbau noch kommt, drei Orgeln sind erneuert worden, auch in Langenhanshagen wurde gebaut, in Schlemmin saniert. Es würde eine lange Liste werden, sollte alles aufgezählt werden.
Viel Geld ist dafür geflossen. Das ist oft genug gesagt worden. Hirte hat sich um die Mittel gekümmert. Dabei ging es weniger um das Schreiben von Fördermittelanträgen oder Bittbriefen an Stiftungen. "Die Stifter und die Spender wollen wissen,- was mit ihrem Geld geschieht." Sie wollen auch betreut werden - und das hat Klaus-Christian Hirte häufig getan. Vertreter namhafter Stiftungen waren unterwegs, fuhren mit ihm von Kirche zu Kirche. "Was mir am Herzen gelegen hat, sagt Hirte, "das war auch die touristische Entwicklung hier im Küstenvorland." Aber nun kommen die Gäste verstärkt beispielsweise in die Radfahrerkirche Pantlitz.
Und Klaus-Christian Hirte geht - in die Grenzstadt Rheinfelden in der Nähe von Basel. Am 1. Mai tritt er offiziell seinen Dienst an. "Meine Frau und ich wollten schon immer einmal ins Ausland, um Erfahrungen zu sammeln", sagt Hirte, sie hatten schon an Italien gedacht. Nun ist es die Schweiz geworden. "Das war eigentlich reiner Zufall." Angelegt sei der Auslandsaufenthalt zunächst für sechs Jahre. Dann ist geplant, wieder nach Pommern zurückzukehren, sagt Hirte, der in Demmin geboren wurde, bei Potsdam aufgewachsen ist und in Greifswald und in Marburg studiert hat.
In Rheinfelden wird die Arbei des Pastor etwas anders aussehen. Ich werde mich um das kümmern, was ich einmal gelernt habe", sagt er, und meint damit die Seelsorge, die Gottesdienste und die Konfirmanden. In Deutschland ist das anders, da muss der Pastor auch jede Menge Verwaltungsarbeit erledigen. "Baufachmann bin ich eigentlich nicht, aber ich kann jetzt gut mitreden." Hirte macht aber klar, dass man in seinem Beruf immer im Dienst ist. Trends aus den neuen Bundesländern mag er nicht folgen, wenn dort Sprechtage im Pfarrhaus eingerichtet werden. "Die Menschen müssen wissen, dass sie immer anrufen können", sagt er. Und nicht nur das, Hirte hat schon Obdachlose in einem Zelt in seinem Garten beherbergt und ihnen später eine Wohnung besorgt. Das ist aber Seelsorge, darüber spricht er nicht.
Über etwas anderes spricht er. Beispielsweise darüber, dass er in seiner Amtszeit 250 Beerdigungen hatte und erheblich weniger Taufen. "Darunter waren viele engagierte Menschen aus der Kirchengemeinde", sagt Hirte. In diesem Moment wird klar, dass er diesen Landstrich liebt. "Das sind hier besondere Menschen, viele sind bescheiden geblieben, sie müssen nicht immer mehr haben, viele haben wenig und sind trotzdem glücklich.
Bei den Tribohmern stand Hirte im Wort. Denen hat er gesagt, er gehe erst, wenn die Kirche saniert sei. Daran hat er sich gehalten und zur Einweihung am 30. Mai kommt er noch einmal zurück.

Zehn Jahre war Pastor Klaus-Christian Hirte in Ahrenshagen, nun geht er in die Schweiz.
Tribohm. In der Werkstatt von Ingo Peters in Tribohm fliegen nicht gerade die Fetzen, aber immerhin die Funken: Er und Manfred Schönrogge sind dabei einen Fangwagen für einen Rasenmäher zu bauen. Da sind dann Trennjäger und Schweißgerät im Einsatz. Ingo Peters betreut für die Kirchengemeinden, Ahrenshagen und Lüdershagen gemeinsam mit Leuten, die über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Barth zu ihm gestoßen sind, die Liegen- schaften der Kirche. Im Winter ist Reparaturzeit, und der Ahrenshäger Pastor Klaus-Christian Hirte freut sich darüber, dass die beiden Männer selbst einen Fangwagen für Laub und Grünschnitt bauen. Er soll hinter den Rasentraktor gespannt werden. "Das hilft, beim Sparen", sagt Hirte. Die Geräte der Kirchengemeinde sind "alle destens 15 Jahre alt", mit dem Reparieren sparen die Kirchgemeinden Geld bei der Friedhofspflege und Arbeitszeit, wenn es um den Grünschnitt geht.
"In Lüdershagen haben wir schon einen solchen Fangwagen im Einsatz", sagt Ingo Peters, und er schätzt, "dass wir damit drei Wochen Arbeit eingespart haben", denn es musste niemand das Laub zusammenharken.
Die Friedhöfe der Kirchengemeinden sind zu einem Friedhofsverbund zusammengeschlossen. "Das hat den Vorteil, dass wir einen Ausgleich bei der Unterhaltung schaffen können", sagt der Pastor. Sonst wären die Beerdigungen auf den Friedhöfen der kleinen Ortschaften für die Bürger gar nicht mehr zu bezahlen. Die Kirchengemeinden wollen gepflegte, Kirchhöfe und auch jetzt im Winter wird regelmäßig Schnee geschoben, damit Besuche möglich sind. Zu dem Friedhofsverband gehören die beiden Anlagen in Ahrenshagen, in Pantlitz, Tribohm, Schlemmin, Lüdershagen und Langenhanshagen. Damit haben dann Ingo Peters und seine Leute ein straffes Pflegeprogranun zu erledigen, schließlich sind eine Menge Kilometer zwischen den Ortschaften zurückzulegen.

Ingo Peters (links) und Manfred Schönrogge bauen einen Fangwagen für einen Rasentraktor. Durch eine Schlauchverbindung können Grünschnitt und Laub gleich aufgenommen werden.
Die Jahreslosung 2010 enthält eine Anrede, die aus Barmherzigkeit erfolgt.
Jesus Christus spricht: Joh 14,1 |
Jeder Mensch lebt von der Barmherzigkeit Gottes: Das ist die Gnade Gottes, der Segen Gottes, die Liebe Gottes. Das ist auf jeden Fall etwas, das wir uns nicht erst verdienen und erarbeiten müssen.
Die Barmherzigkeit Gottes ist nicht von unseren Bemühungen und Leistungen abhängig. Es ist umgekehrt: Unsere Leistungen und Erfolge sind abhängig von Gottes Barmherzigkeit.
Wenn wir dies begreifen, wenn wir begreifen, dass nicht wir das Fundament sind, auf dem alles steht oder alles aufgebaut werden kann, sondern dass wir auf dem Fundament Gottes stehen, dann gibt uns das Standfestigkeit und Sicherheit. Damit können wir unser Leben mit all seinen Problemen auch in diesem neuen Jahr mutig und gelassen bewältigen.