Eyn kurtz Form der tzehen gepott Martini L.Eyn kurtz form des Glabens.Eyn kurtz form des Vatter unsers.Anno 1520 | ||
| Jesus | ||
| Das Glaubensbekenntnis | Das Glaubensbekenntnis teilt sich in drei Hauptstücke, weil darin von den drei Personen der heiligen göttlichen Dreieinigkeit die Rede ist; das erste ist dem Vater, das zweite dem Sohn das dritte dem Heiligen Geist gewidmet. Denn der letzte ist der wichtigste Artikel im Glaubensbekenntnis. In ihm sind die anderen alle inbegriffen. Hier gilt es nun zu beachten, daß auf zweierlei Weise geglaubt wird: | Liebe Freunde der "political correctness"! Luther outet sich nicht als Fremdenhasser. Die Türken waren seinerzeit der äußere Feind, den man heute etwa "internationalen Terrorismus" nennen würde. |
"Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde". | Das heißt: Ich entsage dem bösen Geist, aller Abgötterei, aller Zauberei und allem falschen Glauben. Ich setze mein Vertrauen auf keinen Menschen auf Erden, auch nicht auf mich selbst noch auf meine Macht, mein Können, meinen Besitz, meine Frömmigkeit oder was ich sonst haben mag. Ich setze mein Vertrauen auf kein Geschöpf, weder eines, das im Himmel, noch eines, das auf Erden ist. Ich verlasse mich und setze mein Vertrauen einzig auf den einen, unsichtbaren, unbegreiflichen, dreieinigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und allein Herrscher über alle Geschöpfe ist. Andererseits verzweifle ich trotz aller Bosheit des Teufels und derer, die ihm dienen, nicht, denn ich weiß meinen Gott über ihnen allen. Ich glaube darum nichtsdestoweniger an Gott, obschon ich von allen Menschen verlassen und verfolgt bin. Ich glaube nichtsdestoweniger, wenn ich auch arm, unverständig, ungelehrt, verachtet bin oder mir sonst alles fehlt. Ich glaube nichtsdestoweniger, obschon ich ein Sünder bin. Denn dieser mein Glaube soll und muß stärker sein als alles, was es gibt und was es nicht gibt, stärker als Sünde und Tugend und überhaupt als alle Dinge, damit er wirklich lauterer und reiner Glaube an Gott bleibt, wozu mich das erste Geboter mahnt. Ich begehre auch keine Zeichen von ihm, was eine Versuchung Gottes wäre, Ich vertraue Gott beständig, ganz gleich, wie lange seine Hilfe ausbleibt, und setze ihm darin weder Ziel, Zeitpunkt, Maß noch die Art und Weise, sondern stelle dieses alles in freiem und rechtem Glauben seinem göttlichen Willen anheim. Da er denn allmächtig ist, was könnte mir fehlen, das er mir nicht zu geben oder für mich zu tun vermöchte? Da er der Schöpfer des Himmels und der Erde und der Herr über alle Dinge ist, wer wollte mir etwas nehmen oder mir schaden? Ja, wie sollten mir nicht alle Dinge zugute kommen und dienen (vgl. Röm. 8,28 ff.), wenn der, dem sie alle gehorsam und untertan sind, will, daß sie mir zugute kommen? Und weil er denn Gott ist, so kann und weiß er, wie er es machen muß, damit mir alles zum Besten wird. Und weil er der Vater ist, so will er dieses auch tun und tut es von Herzen gerne. Und weil ich daran nicht zweifle und mein Vertrauen in ihn setze, so bin ich auch ganz gewiß sein Kind, sein Diener und sein Erbe für alle Zeit und Ewigkeit, und mir wird geschehen, wie ich glaube. | Selbst- verwirklichung?? |
"und an Jesus Christus, seinen eingebomen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in die Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird erkommen, zu richten die Lebenden und die Toten." | Das heißt: Ich glaube nicht allein, daß Jesus Christus der wahrhaftige, eingeborene Sohn Gottes ist, in seiner ewigen göttlichen Natur und seinem ewigen göttlichen Wesen vor aller Zeit geboren, sondern auch, daß ihm vom Vater die Herrschaft über die Schöpfung übertragen wurde und er als der Menschgewordene zum Herrscher über mich und alle Dinge eingesetzt ist, die er zusammen mit dem Vater kraft seiner göttlichen Natur geschaffen hat (vgl. Joh. 1,3). Ich glaube, daß niemand an den Vater glauben noch zu ihm kommen kann - weder durch besondere Fähigkeiten, Werke oder Vernunft noch durch alles andere, was man im Himmel und auf Erden nennen könnte -, außer in und durch Jesus Christus, seinen einzigen Sohn (vgl. Joh. 14,6), und das heißt, allein durch den Glauben an seinen Namen und seine Herrschaft. Ich glaube fest, daß er mir zugute empfangen ist durch den Heiligen Geist, nicht durch einen menschlichen Zeugungsakt, ohne einen leiblichen Vater oder den Samen eines Mannes. Und er wurde deshalb so empfangen, damit er dadurch den Zeugungsakt, durch den ich und alle, die an ihn glauben, empfangen wurden, von der Sünde, der Begierde des Fleisches, der Unreinheit und der Verdammnis reinigte und sie alle, die an ihn glauben, "geistlich", (d. h. für den Heiligen Geist bereitet und zu Gott und ihm gehörig) machte durch seinen und des allmächtigen Vaters gnädigen Willen. Ich glaube, daß er für mich geboren wurde von der reinen Jungfrau Maria, ohne daß dabei ihrer leiblichen und geistlichen Jungfräulichkeit irgendein Schaden entstanden ist. Und er wurde deshalb so geboren, damit er, wie es Gott der Vater in seiner Barmherzigkeit bestimmt hat, meine Geburt und die aller, die an ihn glauben, segnet und von Sünde und Verdammnis reinigt und diese unschädlich macht. Ich glaube, daß er sein Leiden und sein Kreuz für meine Sünde und die aller, die an ihn glauben, getragen und dadurch jegliches Leiden und Kreuz gesegnet hat, und zwar nicht nur derart, daß er sie unschädlich, sondern auch heilsam und sehr verdienstlich machte. Ich glaube, daß er gestorben ist und begraben wurde, um meine Sünde und die aller, die an ihn glauben, endgültig zu töten und zu begraben. Ebenso hat er den Tod erwürgt und ganz unschädlich gemacht. Ja, er hat ihn zum Nutzen und zur Seligkeit gewendet. Ich glaube, daß er in die Hölle herabgestiegen ist, um den Teufel samt aller seiner Gewalt, List und Bosheit und auch allen seinen Anhang niederzuwerfen und gefangen zu nehmen. Und zwar darum, damit mir der Teufel fortan nicht schaden kann und ich von höllischen Qualen erlöst bin. Ja, er hat dieselbe unschädlich und zum Verdienst gemacht. Ich glaube, daß er von den Toten auferstanden ist am dritten Tage, um mir und allen, die an ihn glauben, ein neues Leben zu geben, und uns also mit sich in Gnaden und Geist erweckt hat, so daß wir fortan nicht mehr sündigen müssen, sondern ihm allein mit allen unseren Gaben und Tugenden dienen können. Ich glaube, daß er in den Himmel aufgefahren ist und vom Vater die Gewalt und Ehre empfangen hat, über alle Engel und Geschöpfe zu herrschen und also zur rechten Hand Gottes sitzt. Das aber heißt, er ist ein König und Herr über alle Güter Gottes, in Himmel, Hölle und auf Erden. Deshalb kann er mir und allen, die an ihn glauben, in allen unseren Nöten und gegen alle unsere Widersacher und Feinde helfen. Ich glaube, daß er von dort - vom Himmel - wiederkommen wird am Jüngsten Tag, zu richten die Lebendigen - d.h. die, die dann leben werden - und die Toten - d.h. die, die inzwischen verstorben sind - und daß alle Menschen, alle Engel und alle Teufel vor seinem Richterstuhl erscheinen müssen und ihn leiblich sehen werden und daß er mich und alle, die an ihn glauben, vom Tod und von allen Gebrechen erlösen wird und daß er unsere Feinde und Widersacher für ewig strafen, uns aber von ihrer Gewalt für ewig erlösen wird. | |
"Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. | Das heißt: Ich glaube nicht nur, daß der Heilige Geist ein wahrhaftiger Gott ist zusammen mit dem Vater und dem Sohn, sondern auch, daß niemand durch Jesus Christus - durch sein Leben, Leiden, Sterben und alles, was von ihm gesagt ist - zum Vater kommen noch irgend etwas von ihm erlangen kann, ohne daß der Heilige Geist es wirkt. Er ist der, durch den der Vater und der Sohn mich und alle die Seinen anrührt, weckt, ruft, zieht, durch und in Christus lebendig, heilig und geistlich macht und uns so zum Vater bringt. Denn er ist der, mit dem der Vater durch Christus und in Christus alles wirkt und lebendig macht. Ich glaube, daß es auf der Erde - soweit die Welt geht - nur eine einzige heilige, allgemeine, christliche Kirche gibt, welche nichts anderes ist als die Gemeinde oder Versammlung der Heiligen und der Frommen, der glaubenden Menschen auf der Erde. Diese Kirche wird durch den Heiligen Geist versammelt, erhalten und regiert; sie vermehrt sich täglich durch die Sakramente und durch das Wort Gottes. Ich glaube, daß niemand selig werden kann, der nicht in dieser Gemeinde gefunden wird und sich einträchtig in dem einen Glauben, dem Wort Gottes, den Sakramenten, der Hoff nung und der Liebe zu ihr hält. So kann auch kein Jude, kein Irrlehrer, kein Mensch, der nicht an Gott glaubt, und kein Sünder durch die Kirche zur Seligkeit gelangen; es sei denn, daß er sich mit ihr versöhne, vereinige und mit ihr eins werde in allen den Dingen. Ich glaube, daß in dieser Gemeinde oder Christenheit alle Dinge gemeinsam sind (vgl. Apg. 2,44). So gehören die Güter eines jeden auch dem anderen und niemandem ist irgend etwas völlig zu eigen. Darum kommen auch mir und allen, die glauben, die Gebete und guten Werke der ganzen Gemeinde zu Hilfe, stehen mir bei und starken mich allezeit, im Leben und im Sterben.35 So trägt also "ein jeder des anderen Last wie Paulus (Gal. 6,2) lehrt. Ich glaube, daß nur in dieser Gemeinde - und nirgends sonst - die Vergebung der Sünden geschieht, und daß sie außerhalb von ihr nichtzu erlangen ist, so viele und große gute Werke auch immer dasein mögen zur Sündenvergebung. Andererseits glaube ich, daß nichts in dieser Gemeinde - so viel und sooft auch gesündigt werden mag - die Vergebung der Sünden einschränken kann. Sie bleibt, wo und solange dieselbe eine Gemeinde bestehenbleibt. Denn ihr gibt Christus die Schlüssel, wie es Matthäus bezeugt: "Was ihr auf Erden binden werdet, das soll auch im Himmel gebunden sein" (Matth. 18,18). Dasselbe sagt Christus auch Matth. 16,19 zu Petrus als einem einzelnen stellvertretend und sinnbildlich für die eine einzige Kirche: "Was du auf Erden binden wirst" usw. Ich glaube an die Auferstehung der Toten, in der durch eben denselben Heiligen Geist alles Fleisch wiederauferweckt werden wird, d.h. in der alle Menschen in Fleisch und Blut - die Guten und die Bösen -, die gestorben, begraben, verwest und auf manch andere Weise umgekommen sind, wiederkommen sollen und lebendig werden. Ich glaube, daß nach der Auferstehung ein ewiges Leben für die Heiligen und ein ewiger Tod für die Sünder sein wird. Und ich zweifle nicht daran, daß der Vater durch seinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, mit und durch den Heiligen Geist alles, was in diesen drei Artikeln gesagt ist, geschehen lassen wird; das nämlich heißt "Amen", oder übersetzt: es ist zuverlässig und gewiß wahr. | |
© Pfarramt Ahrenshagen, 21.12.2002 | ||