Was im Jahre 2005 bei uns geschah
Diese Seite berichtet über Vorhaben und Geschehnisse in unseren Gemeinden und benutzt dazu, wo es geht, gerne Berichte aus der örtlichen Presse (deren freundliches Einverständnis stillschweigend vorausgesetzt wird). Die Vorgängerseiten finden Sie hier Archiv. Die Seite wird nach Bedarf ergänzt. Besuchen Sie sie ab und zu mal!
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Kirchturm steht wieder ohne Gerüst

Bericht der Ostseezeitung vom 11.11.2005

Der Glockenstuhl und die Kirchturmspitze in Tribohm wurden gestern von ihrem Unterbau befreit. Alles ging gut.

von Michael Schissler

Tribohm. "Wir haben am Mittwoch alles gut vorbereitet", sagte gestern Fred Heidenreich, Gerüstbauer, als der Ausleger des Krans die Stahlträger von der Kirchhofmauer auf einen Sattelschlepper schwenkt. Deswegen war es wohl so schnell gegangen, das Stützgerüst für die Kirchturmspitze und den Glockenstuhl zu demontieren. Das Gerüst hatte während der Sanierungsarbeiten den oberen Teil abgefangen. Am Donnerstag konnte es abgebaut werden.

"Ich war davon ausgegangen dass es zwei Tage dauert", sagte gestern der Ahrenshäger Pastor Klaus-Christian Hirte und staunte selbst über das Tempo, das die Genüstbauer vorlegten.

Die Arbeiten, die noch jetzt kommen, werden schneller erledigt sein, als die Zimmerarbeiten an der Kirchturmspitze und am Balkenbau des Kirchturmes. "Der Turm wird jetzt mit Eichenholz verschalt werden und dann in schwdenrot gestrichen werden", freute sich Klaus-Christian Hirte. Und man wird auch die Uhr wieder in Gang setzen, wem sie repariert ist. "Das alles soll noch in diesem Jahr geschehen", so der Ahrenshäger Pastor.

In der Vergangenheit hatten viele Handwerker an dem Kirchturm gearbeitet. Pastor Klaus-Christian Hirte ist stolz auf die Leistungen, die die Zimmerleute für seinen Kirchturm erbracht haben. "Da sind die alten kaputten Balkenenden abgesägt und wieder nachgebildet worden." Schon allein ein Blick darauf sei der Touristen, die er in der Kirche erwartet, zu empfehlen.

Der Turm ist fertig!

Bevor nun mit der Verschalung begonnen wird, soll der Innenbereich des Turmes noch gepflastert werden. "Dazu nehmen wir Feldsteine, und draußen machen wir es ebenso." Auch ein kleines Museum an der Kirche ist in Planung.

Für das Untergeschoss des Turmes werden insgesamt 150 000 Euro aufgewendet werden, für die Turmspitze und für den Glockenstuhl sind schon 210 000 Euro geflossen. Viele Bauleute haben in Tribohm Arbeit gefunden.

Für die vergangenen Monate ist Klaus-Christian Hirte mit dem Fortgang der Arbeiten in den Kirchen der Kirchgemeinden recht zufrieden. In Pantlitz konnte der Patronatsanbau weitestgehend abgeschlossen werden, die alten Fenster werden noch abgedichtet werden. In Schlemmin wurde das große Kirchenferster ersetzt und auch für das kommenden Jahr stehen wieder Mittel zur Verfügung, mit denen die Arbeiten in der Kirche in Tribohm fortgesetzt werden können.


Zum Bild: Von seinem Stützgerüst befreit worden ist der Kirchturm in Tribohm. Nun geht es an die Verschalung mit Eichenbrettern.
OZ-Foto: MSC

Erntedankfest in Ahrenshagen

Bericht der Ostseezeitung von Anfang Oktober 2005

Viele Gaben vorm Altar in Ahrenshagen

"Jeder hat etwas gebracht", freute sich gestern der Ahrenshäger Pastor Klaus-Christian Hirte, als er die Erntegaben vor dem Altar der Ahrenshäger Kirche sah. Um 10 Uhr wird am Sonntag das Erntedankfest in der Kirche gefeiert werden. "Das machen wir immer hier zentral für alle Orte" sagte Klaus-Christian Hirte. Bereits am Donnerstag hatten Gisela Plath (r.) und Heike Schleich damit begonnen, die Kirche zu schmücken.

Erntedank 2005
Foto: MSC
Unsere haben gewonnen: Schlacht an der Raxa
Berichte der Ostseezeitung vom 29.08.05, von Anett Rhode

Alte Schlacht neu aufgelegt

Hintergrund

"Schlacht" mit viel Vorlauf

Vor 1050 Jahren führte Kaiser Otto I. einen Gewaltmarsch gegen die Slawen in Mecklenburg-Vorpommern. Über den genauen Schauplatz und die Anzahl der Beteiligten Ist wenig überliefert. Der Verein für erlebbare Geschichte des Mare Balticums versuchte, die Schlacht an der Raxa, der heutigen Recknitz, nachzustellen, Dazu wählte der Verein den authentischen Schauplatz am Pantlitzer Burgwall, Unter den Wiesen der Recknitz werden von der Unteren Denkmalschutzbehörde noch Slawensiedlungen vermutet. Einige Monate dauerten die Vorbereitungen der Schlacht, das Aufbereiten der Geschichte, das Anfertigen der Kostüme und Waffen.

A. R.

Das Mittelalter hielt am Wochenende Einzug In Pantlitz. Die Schlacht an der Raxa wurde dort vor Publikum nachgestellt.

Von ANETT ROHDE

Pantlitz. Kleine Holzschilder beschreiben den Weg nach Pantlitz, wo am Wochenende die Schlacht an der Raxa aufgeführt wurde. Vorbei geht es am Betonwerk. Der Parkplatz ist links, leitet ein weiteres Schild die Besucher. Ein kleiner Junge in blau-oranger Uniform und mit einer Plastikkelle weist die Fahrzeuge auf ein abgeerntetes Feld ein. Dort stehen Wagen aus Köln, Berlin, Rostock und aus Nordvorpommern, Ein Weg führt die Neugierigen an der Pantlitzer Kirche vorbei zum frühmittelalterlichen Lager des Vereins tür erlebbare Geschichte des Mare Balticums.

Zwei Wikinger-Frauen in Gewändern ihrer Zeit begrüßen die Gäste. "Die Kleider und Rüstungen fertigen wir selbst an. Die Vorlagen stammen aus einschlägiger Literatur", sagt Antje Rudolph, Vereinsmitglied. Sie trägt ein rot-weißes Kleid, einen braunen Filzumhang und Lederschuhe, ein weißes Tuch bändigt ihr braunes Haar, ein Piercing ziert das Kinn.

Der Rauch einiger Lagerfeuer steigt dem Besucher In die Nase, die Augen verarbeiten viele ungewohnte Eindrücke. Wahrsager, Schnitzer, ein Schmied bevölkern den Platz, Zelte bilden das Lager des Volkes, Dort schlafen die Mitglieder des Stralsunder Vereins für erlebbare Geschichte und deren Freunde - auf Fellen. Holzschüsseln mit Trockenobst und Gemüse warten auf Ihre Esser. Auf einem Hügel stehen die Unterkünfte der Fürsten. "Wir wollen auch visuell die Geschichte nachstellen, deswegen die Trennung der Stände wie im Mittelalter", erklärt Michael Handwerg, Vorsitzender des Vereins.

Menschen mit Fellen behangen und in Leinenhemden stehen um einen Stand mit Mede, einer Variante des Met-Weines, herum. Sigmund der Wikinger gibt das Gebräu aus dem 8. Jahrhundert in Ton-Gefäßen aus. Mittelalterliche Klänge von Schalmeien und Lauten der Gruppe Gryffenhain untermalen das Bild.

Eine Gruppe Besucher folgt Gerd-Peter Kinkeldey von der Unteren Denkmalschutzbehörde, er macht eine Burgwallführung. "Man nimmt an, dass der Pantlitzer Wall ursprünglich zehn Meter höher und unbewachsen war, sagt Michael Handwerg, Dann ertönt ein Horn. Alle Akteure der Schlacht an der Raxa sammeln sich, Trommeln geben den Takt vor, "Macht das nicht zu Hause nach", ruft ein Slawe In die Menschenreihen.

Acht Slawen stehen sieben Ottonen und einem Pferd auf einer Wiese gegenüber. "Seid Ihr bereit meine Mannen? Für Otto!", ruft der Reiter. Brüllend und mit ihren Waffen auf die Schutzschilde klopfend stümen sie auf die Slawen zu. Ein Slawe geht zu Boden, dann der nächste, "Ich bin froh, dass ich nicht zu dieser Zeit gelebt habe", sagt eine Zuschauerin. Die Slawen liegen tot am Boden. "Für den König", rufen die Sieger.

Die Akteure stehen wieder auf, stellen eine weitere Szene nach. Diesmal eine Kreisformation Mann gegen Mann. Klingen stoßen wieder gegeneinander ...

Slawenkrieger

Die Mitglieder des Vereins für erlebbare Geschichte des Mare Balticum stellten den Slawenaufstand im Jahr 955, die so genannte Schlacht an der Raxa nach. Neun Monate Vorbereitungszeit brauchten die Akteure dazu. Foto: Anett Rhode


Die OZ meldet weiter:

Pastor begrüßt Aktivitäten am Burgwall

Pantlitz. Klaus-Christian Hirte, Pastor in Ahrenshagen und damit auch für die Kirche in Pantlitz zuständig, freute sich am Wochenende darüber, dass der Verein für erlebbare Geschichte des Mare Balticums den Pantlitzer Burgwall als Schauplatz tür seine Geschichtsdarstellung nutzte. Insbesondere junge Leute sollten sich mehr tür Geschichte Interessieren, damit sie ihr Leben besser verstehen, sagte Hirte. In dieser Hinsicht sei die Arbeit des Vereins vorbildlich. Aber auch dem Ziel, die Pantlitzer Kirche mit Ihrem sanierten Patronatsanbau mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, diene die Darstellung der Schlacht an der Raxa. Hirte ist derzeit auch damit befasst, eine Daueraustellung zum slawischen Burgwall in den Patronatsräumen aufzubauen, um den Besuchern entsprechende Informationen über die Geschichte an die Hand zu geben. Indes registriert Hirte ein verstärktes Interesse am Burgwall und an der Recknitz. Für Mitte September hat sich die Kreisvolkshochschule angesagt, die von der Pantlitzer Kirche aus eine Wanderung durch das Recknitztal startet.

MSC
 

Notwendige Anmerkung des Pastors (Nicht aus der OZ!)

Zwar freue ich mich, dass Pantlitz touristische Aufmerksamkeit findet. Was die seinerzeitige Schlacht angeht, so freue ich mich keineswegs über sie, sondern denke darüber nach, wie wohl die örtliche Geschichte ohne sie verlaufen wäre. So weit man weiß, haben Germanen und Slawen, Sieger und Besiegte, später relativ einträchtig das Land und seine Wirtschaft entwickelt. Sie haben "assimiliert" statt geschlagen. Warum nicht gleich so?

K.-Ch. Hirte
Nicht so unanständig, wie es klingt: Bericht der OZ

Kirchturm steht entkleidet da

im Turminneren

Kletterten fürs Foto ins Gebälk: Tobias Nawrocka und Christian Brose. Sie nahmen gestern die Schalung des Tribohmer Kirchturms ab. OZ-Foto: K.S.

Tribohm. Eigentlich wollten die Zimmerleute gestern am frühen Nachmittag schon einpacken. Es regnete, das Tagwerk war getan, und das Ergebnis der Arbeit lag abfahrbereit auf einem Hänger: Bretter, morsch und verfault. Aber für einen kleinen Schwatz nahmen sich Michael Krüger (46), Christian Brose (29) und Tobias Nawocka (18) dann doch noch Zeit. "Ich habe Respekt vor der Arbeit, die vor über hundert Jahren gemacht wurde", bekannte Geselle Brose. Denn die Kiefernbretter, die auf dem Hänger liegen, haben knapp 150 Jahre Regen und Wind getrotzt. Gestern wurde die Schalung des Tribohmer Kirchturms abgenommen.

Das Konstrukt, das das Innere des Kirchturms zusammenhält, ist nun schön zu sehen: Riesige Eichenbalken strecken sich da gen Glockenstuhl - viele von ihnen unten verfault. "Da werden die unteren Stücke erneuert", sagt Pastor Klaus-Christian Hirte, der weiß, dass die Verschalung des Turms um 1860 das letzte Mal erneuert wurde.

Nicht nur die Zimmerer haben bis Ende November in Tribohm kräftig zu tun, auch die Maurer müssen zupacken. Denn der Westgiebel der Kirche ist in desolatem Zustand, erzählt Hirte weiter, und muss stabilisiert werden. 150 000 Euro kosten die Arbeit am Turm der Kirche, die zu den ältesten im Norden zählt. Geld, das vom Land, der Landeskirche, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland kommt.

Tobias Nawrocka, Lehrling bei der Zimmerei Hartig aus Christinenhof, die auf Denkmalpflege spezialisiert ist, flößt der hölzerne Kirchturm Respekt ein. "Sehr erstaunlich, wie das alles hier so steht - er grinst ein bisschen "oder noch steht", sagt er dann und blickt auf den Turm. Und Michael Krüger bekennt: "Was Neues bauen ist einfacher, weil alles gerade wäre." Gerade ist der Kirchturm zu Tribohm nicht mehr. Schließlich hat er schon mehr als sechs Jahrhunderte auf dem Buckel.

KATHRIN SCHNURRER, 12.08.2005
Das XIII. Pantlitzer Burgwallsingen
Dankbar können wir auch zu diesem Ereignis wieder, wie so oft, die Ostseezeitung mit einem Vorabbericht zitieren.
Die eingestreuten Fotos stammen von dem auch diesmal rundum gelungenen Ereignis. Geknipst hat Sibylle Dally.

Singen auf dem Burgwall

Pantlitz. Gestern waren die Vorbereitungen fr das Burgwallsingen am kommenden Sonnabend, 18. Juni, rund um die Kirche in Pantlitz schon angelaufen. Pastor Klaus-Christian Hirte freute sich über den Fortgang der Arbeiten und hatte auch Annerose Jost eingeladen. Die Hobbykünstlerin aus Ahrenshagen wird zeitgleich mit dem Burgwallsingen die erste Ausstellung in der Pantlitzer Kirche eröffnen. Die Ausstellung soll "Impressionen" heißen. Voraussichtlich wird Frau Jost 30 ihrer Werke zeigen, in denen sie sich vor allem mit Landschaften und mit Blumen beschäftigt.

EröffnungEs ist Sonnabend, 14.30 Uhr. Beginn in der wie immer voll besetzten Kirche. Man erkennt: Jacketts dürfen abgelegt werden. Rechts im Bild ist der neu errichtete Flügel der Empore zu sehen. Im Hintergrund schreit das kaputte Mittelfenster nach weiteren Spenden!

Die Exposition wird nach der Eröffnung noch eine Woche lang zu sehen und täglich in der Zeit von 10 bis 16 Uhr für die Gäste zugänglich sein.

Das Burgwallsingen wird am Sonnabend um 14.30 Uhr beginnen. In diesem Jahr werden der Kirchenchor Marlow unter der Leitung von Udo Steinhauer und der Gospelchor Saal, geleitet von Thomas Franke, im ersten Teil zu Gast sein. Den zweiten Teil wird der Chor der Volkssolidarität unter der Leitung von Robert Parthe aus Ribnitz-Damgarten bestreiten. Besonders gespannt darf man auf den zum ersten Mal beim Burgwallsingen auftretenden Gospelchor aus Saal sein.

Marlower KirchenchorDer Marlower Kirchenchor unter Udo Steinhauer: Am kleinsten aber vom Feinsten.

Im vergangenen Jahr hat sich in der Kirche einiges getan; aus Damgarten erhielt die Kirchengemeinde ein Gestühl, das von einer ortsansässigen Firma aufgearbeitet wurde; die Treppe zur Empore wurde erneuert und die Patronatsanbauten erstrahlen dank Mitteln der Europäischen Union (u.a.) und dem Einsatz der Ribnitzer Rotarier in neuem Glanz. Die dafür erforderlichen Eigenmittel der Kirchengemeinde stammen zum großen Teil aus den Erlösen der vorangegangenen Burgwallsingen.

Gospelchor SaalDen oder die jüngste(n) Aktive(n) brachte der Gospelchor Saal unter Thomas Franke mit. Direkt unterhalb der rechten Altarkerze. (Lupe!)

Doch noch immer ist die Kirche nicht fertig restauriert; Fenster müssen repariert oder erneuert werden und für den Gemeinderaum in den Patronatsanbauten werden noch Tische und Stühle benötigt. Dafür sollen die Einnahmen aus dem diesjährigen Burgwallsingen investiert werden. Wie in den vergangenen Jahren auch, treten die Chöre ohne Gage auf, wie immer spenden die Pantlitzer Frauen selbstgebackenen Kuchen, der Dorfverein Pantlitz kümmert sich um Zelt und Technik und die Pantlitzer Feuerwehr betreut das Sonnenwendfeuer zum Abschluss der Veranstaltung.

Pause und VorfreudeDas Wetter ist beinahe noch schöner, als die Musik, die gerade pausiert. Zeit für Schwätzchen, Kaffee und Kuchen.

Pastor Klaus-Christian Hirte freute sich, dass man nun den Patronatsanbau und die Kirche als Veranstaltungsort anbieten kann. Vereine und Verbände, aber auch Privatleute, die die Einrichtung mit Küche und sanitären Anlagen nutzen möchten, können sich bei ihm unter der Ahrenshäger Rufnummer 038225/223 melden.

MSC
Tribohmer Kirche: Es geht weiter
Bericht der Ostseezeitung vom 17.06.05, von Michael Schissler

Turmsanierung geht weiter

Tribohm. Die Arbeiten am hölzernen Turm der Kirche in Tribohm werden fortgesetzt. Das sagte am Mittwoch Pastor Klaus-Christian Hirte. Man habe jetzt die Summe von 135.000 Euro zugesagt bekommen. Gezahlt wird das Geld von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Kiba-Stiftung in Hannover, 76.500 Euro kommen vom Bundesland Mecklenburg-Vorpommem, weitere Teile finanzieren die Landeskirche und die Kirchengemeinde, sagte Klaus-Christian Hirte. "Bei den Arbeiten werden wir die Wände abtragen, was von den alten Eichenbrettern noch zu verwenden ist, wird wieder eingebaut, anderes wird ersetzt werden."

Der Turm der Kirche in Tribohm ist knapp 600 Jahre alt, die Turmspitze und der Glockenstuhl wurde bereits ersetzt. Die Gerüste fr die kommenden Arbeiten stehen noch. "Es war billiger, das Gerüst zu kaufen, als die Leihgebühren dafür zu bezahlen", sagte der Ahrenshäger Pastor.

Auch die Sanierungsarbeiten im Inneren der Kirche gehen weiter. Restaurator Peter Wagner ist dabei, die Malereien zu sichern und die schadhaften Stellen wieder auszufüllen. Mit einem Spezialvlies werden Schadstoffe aus den Wänden gezogen, die dann nach alten Bauweisen wieder aufgearbeitet werden. "Das war hier alles grün", sagte Peter Wagner. Grund dafür: Die Wände waren mit Leimfarbe gestrichen, die Steine konnten nicht durchlüftet werden, es sammelte sich Feuchtigkeit. "Hier hatten wir sogar Algen und Pilze."

InnenreparaturenBlick in die Baustelle.

Indessen hat sich die Qualität des Fußbodens in der Kirche wesentlich verbessert. Ziegelsteine aus Masuren haben die Männer von Heinz Klawonn, Geschäftsfhrer des Landwirtschaftsbetriebes in Altenwillershagen verlegt. Darüber freute sich Pastor Klaus-Christian Hirte besonders.

Schlemminer Kirche ein wenig "heiler"
Die OZ berichtet:

Kirchenfenster aus der weichen Hand

Wenn das mittlere Altarfenster der Kirche in Schlemmin am Donnerstag (am 16. Juni) eingebaut ist, hat Glaser Behrens seine Arbeit hinter sich.

Von MICHAEL SCHISSLER

Ribnitz-Damgarten. "Du wirst kein Kitter, du wirst Glaser, hat mein Vater gesagt" - und Manfred Behrens hat sich daran gehalten, "auch wenn ich gern zur See gefahren wäre oder was mit Schrauben gemacht hätte". Nun macht er aber was mit Glas und das macht er gut, sonst hätte der Meister den Auftrag, das Schlemminer Kirchenfenster bleizuverglasen, wohl gar nicht bekommen. "Bleiverglasung", sagt Manfred Behrens dann, das ist die Krönung des Glaserhandwerks". "Früher war das anders", sagt der 58 Jahre alte gebürtige Tessiner, "da war das mit Bleiverglasung gar nicht gern gesehen. Denn: Woher sollte das Material kommen?" Dennoch hat Meister Behrens seine handwerkliche Signatur im Kreisgebiet hinterlassen. Die Fensterfront im Stadtkulturhaus ist von ihm bleiverglast worden. "Ansichten von Damgarten und von Ribnitz sind das, von Barnstorf und von der Landwirtschaft. Die wollten damals noch Industrie als Motiv, das haben wir aber nicht gemacht", erinnert sich Behrens, der sich eine eigene Meinung bewahrt hat. Dann macht er es kurz: "Mehr als dreißig Dorfkirchen . . . " hat er mit Fenstern ausgerüstet, "und ein Fischrestaurant in Göteborg, ein Restaurant in Wien" - Aufträge eben, wie das Kirchenfenster.
Zweieinhalb Quadratmeter ist es groß, seit März arbeitet Behrens daran, allein in seiner Werkstatt. Früher war das anders, sagt Behrens: 20 Leute hatte er einmal und eine Glaserei in Barth dazu gepachtet - vor der Betriebstür manchmal bis zu 1000 Fenster, alle ohne Scheiben. Das war Arbeit "für die harte Hand" - die kann Behrens bei der Bleiverglasung nicht gebrauchen. Locker und weich muss die Hand sein, wenn Altarfenster neues Glas bekommen. "Bleiverglasung haben wir früher nur im Winter gemacht, wenn auf den Baustellen keine Arbeit war", und es dauerte, bis sich die Hand lockerte.

Für den Auftrag aus Schlemmin hat Manfred Behrens mit einer Hamburger Glasmalerei kooperiert, er hat verglast und das fast fertige Werkstück liegt auf dem großen Tisch der Werkstatt. "Heute kauft man Fertigblei", sagt Manfred Behrens. Das sind Bleileisten mit Profil, die zwischen dem Glas liegen und verlötet werden.
Aber Manfred Behrens könnte alles selbst machen. Er hat noch einen Bleizug aus dem Jahre 1764 und eine Form, mit der Kalben - das ist eine Vorstufe des Fertigbleis - gegossen werden können. Sie werden anschließend mit dem Bleizug auf Form und Länge gebracht und um die Glasfragmente gelegt. So entstand es wohl, das Altarfenster aus Schlemmin.
 

Meister Behrens mit dem Fenster

Am Donnerstag wird das Altarfenster der Schlemminer Kirche wieder eingebaut. Noch liegt es bei Manfred Behrens in der Werkstatt.

OZ-Foto: MSC
Radtour im Regen - amtlich
Im "Amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinden Ahrenshagen-Daskow, Schlemmin und Semlow" vom 15. Juni dieses Jahres war der folgende Bericht zu lesen, den wir der Weböffentlichkeit nicht vorenthalten wollen:

Per Rad unterwegs

Radtour
Vor dem Pantlitzer Patronatsanbau
Foto: Klaus-Chr. Hirte

Die Kinder, die sich dienstags im Ahrenshäger Pfarrhaus zum Kindernachmittag treffen, hatten einen Ausflug geplant. Wir träumten von Sonne, Picknick im Freien und Spielen auf der Wiese. Nun, am Dienstag, 31. Mai trafen sich die Mädchen und Jungen mit ihren Fahrrädern am Pfarrhaus. Dunkle Wolken, ein bisschen Nieselregen und starker Wind konnten die fröhliche Stimmung nicht trüben. Unsere Fahrt ging ber die Felder bis nach Pantlitz. Der Sturm machte uns zu schaffen auf dem letzten Stück. Aber alle hielten tapfer durch. Als es zu regnen begann, saßen wir in der Pantlitzer Kirche warm und trocken am gedeckten Tisch. Die Turmbesteigung war spannend. Sooooooo viele Treppen!!! Aber alle kamen oben an und heil wieder herunter. Zurück ging's mit Rückenwind. Wir wollen bald noch einmal per Rad nach Pantlitz fahren und die Kirche von unten bis oben erkunden.

Hast du Lust mitzukommen? Dann komm doch einfach zum Kindernachmittag.

Hier unsere nächsten Termine: 21. Juni, 9. August, 16. August, 30. August, 13. September (Fahrt ins Bibelzentrum Barth)

Doris Geier
Offene Pommersche Dorfkirchen - Projektabschluß

Am 11. Mai besuchten unser Bischof Hans-Jürgen Abromeit mit dem Minister für Landwirtschaft Dr. Till Backhaus und Landrat Wolfhard Molkentin sowie fünfzig Journalisten und Gäste aus ganz Deutschland die Kirchen unserer Region. Aus unserem Bereich nahmen an der Tour auch die Bürgermeister und Amtsvorsteher teil. Zur weiteren touristischen Erschließung unserer Dörfer gab es in den vergangenen Jahren ein EU-Förderprojekt "Offene Pommersche Dorfkirchen", das mit dieser Besichtigungstour seine wirksame Phase begann. Das Projektergebnis wurde an der Ahrenshäger Kirche mit dem großen Holzschlüssel symbolisch der Öffentlichkeit bergeben.
Der Tag begann mit einem Frühstück im Semlower Schloß. Anschließend wurden die Kirchen in Semlow, Eixen und Tribohm besichtigt. Mittag gab es im Schlemminer Schloß. Dann folgte ein kurzer Besuch in der Schlemminer Kirche, in der Kirche Ahrenshagen sowie zum Abschluß in Pantlitz. Dort konnten sich die Gäste über den Fortgang der Arbeiten an den Patronatsanbauten informieren. Unser Posaunenchor - unterstützt durch Bläser aus Greifswald - musizierte. Und die Gäste wurden am Grill verwöhnt. Am Ende dieses ereignisreichen Tages zeigten sich alle beeindruckt von der Schönheit unserer Dorfkirchen.

Minister Backhaus
Selten zeigt ein Politiker so deutlich, worum es gerade geht: Minister Backhaus an der Kirche Ahrenshagen

Baustelle Tribohmer Kirche
Bischof, Minister und natürlich "die Presse" in der Baustelle Tribohmer Kirche
Schlacht an der Raxa - diesmal unblutig
Ostseezeitung vom 18.03.05

OZ meint _______________

Zugkraft des Erlesenen nutzen

Man kann erleichtert aufatmen: Der Verein für Erlebbare Geschichte aus Stralsund hat sich für Pantlitz als Aktionsort entschieden. Das bringt etwas Abwechslung in das mittlerweile zum Einerlei ausgeartete Beach- und Piratenfestwesen wie es alle fünf Kilometer dem Touristen geboten wird. Und es soll eine Veranstaltung mit einem anspruchsvollen Hintergrund kommen. Einer wird sich besonders freuen: Pastor Klaus Christian Hirte, der seine sanierte Pantlitzer Kirche dorthin schieben kann, wohin sie gehört: In den Mittelpunkt. Er will, schon lange Tourismus und Kirchengebäude verbinden. Da ist ihm der Verein entgegen gekommen. Und der macht es richtig: Im Erlesenen liegt die Zugkraft der Region, nicht im Massenangebot.

Msc

Stralsunder Verein spielt Schlacht an der Raxa nach

Die Schlacht an der Raxa will ein Verein am slawischen Burgwall in Pantlitz nachspielen. Das Publikum darf sich schon jetzt freuen.

Von MICHAEL SCHISSLER

Pantlitz/Stralsund. Mehr Geschichtsbewusstsein in die Region will der Verein für Erlebbare Geschichte in Stralsund bringen. So umriss gestern dessen zweite Vorsitzende Dörte Bähr das Ziel. "In Pantlitz werden wir nun zum ersten Mal in dieser Größenordnung an die Öffentlichkeit gehen." Das wird am 27. und am 28. August sein, wenn die Mitglieder und andere Darsteller und Interessierte die Schlacht an der Raxa nachstellen werden. Ort des Geschehens ist der Bereich um die Pantlitzer Kirche.

Zum Programm, so sagte gestern Dörte Bähr, wird ein Zeltlager gehören, in dem gelebt wird wie zu Zeit Otto I. im Jahre 955. "Unsere Mitglieder sind jetzt damit beschäftigt, zu basteln und zu werken, damit die entsprechenden Geräte dann auch zum Einsatz kommen. Der Verein für Erlebbare Geschichte setzt einen Schwerpunkt auf die Anschaulichkeit der Zeit, die man den Besuchem vorführen will. "Wir werden kochen wie im Frühmittelalter, es wird eine Modenschau zu sehen sein, damit die Besucher eine Vorstellung davon bekommen, wie die streitenden Parteien gekleidet waren. Und auch die Schlacht an der Raxa selbst wird aufgeführt werden. Auch tür die Kinder wird es ein spezielles Programm geben, in dem slawische Spiele geboten werden, das allerdings wende sich auch an die erwachsenen Besucher.

Aber nicht allein die Show wird im Vordergrund stehen. "Es gibt auch eine Fotoausstellung zu dem Thema und es sind verschiedene historische Vorträge zu hören", fügte die Vereinssprecherin hinzu. Der Verein habe das Ziel, Wissen mit der Darstellung von Geschichte zu verbinden. Dazu eigne sich ganz besonders der slawische Burgwall in Pantlitz. In diesem Zusammenhang bemerkte Frau Bähr, dass man vielfach in absoluter Nachbarschaft zu geschichtlichen Bodendenkmalen wohne, und viele Menschen wüssten dies gar nicht. In dieser Beziehung herrsche im Süden der Bundesrepublik ein anderes Geschichtsbewusstsein als in Mecklenburg-Vorpommern, das an solchen Zeugen der Geschichte aber ausgesprochen reich sei.

Der Verein für Erlebbare Geschichte wurde nach Angaben von Dörte Bähr etwa vor zwei Jahren in der Hansestadt Stralsund gegründet. Derzeit gehören ihm 20 Mitglieder an.

Für die Darstellung der Schlacht an der Raxa kann der gemeinnützige Verein noch Sponsoren brauche. Dörte Bähr denkt dabei gegebenenfalls an die Unterstützung durch ein Sägewerk, das Material liefern könnte oder an die Bereitstellung von Fahrzeugen. Wer helfen möchte, kann sich unter der Rufnummer 03831/348130 an den Vereinsvorsitzenden Michael Handwerg wenden.

Pantlitzer Patronatsanbauten fertiggestellt!!
Die Bauarbeiten an den Pantlitzer Pantronatsanbauten, die Folgearbeiten in der Kirche und die Einrichtung des touristischen Zentrums sind zu unserer großen Freude erfolgreich abgeschlossen worden. Für alle Freunde der Pantlitzer Kirche und alle Spender folgt hier eine Textfassung des Bauberichtes (kürzer und vollständiger geht's nicht!), der demnächst mit allen Bilder im Pantlitz-Teil dieser Website zu studieren sein wird.

Sachbericht zur Sanierung des Patronatsanbaus der Kirche in Pantlitz

Das neue touristische Zentrum

Bei dem Patronatsanbau handelt es sich um die beiden ehemaligen Treppenhäuser zu den Kirchenemporen der Adelsfamilien, die den Bau der Kirche 1868 finanzierten. Der Anbau war seit etwa 1990 dachlos und ruinös (wir lernen: das Wort gibt es nicht nur für staatliche und kirchliche Haushaltswirtschaft!). 2002 wurde ein Sicherungskonzept entwickelt, wie das Gebäude bedacht und ausgesteift werden sollte. 2004 wurde das Konzept zur touristischen Nutzung daraus weiterentwickelt.

Da die Fassade nach Süden Setzrisse aufwies, war es erforderlich, den Baugrund zu erkunden, was zu dem Ergebnis führte, dass der einzubauende Erdgeschoss(=EG)-Fußboden als tragende Sohlplatte ausgebildet werden mußte.

Das Konzept sah die Einrichtung einer Teeküche mit Aufenthaltsraum im westlichen und ein behindertenfreundliches WC, Hausanschlußraum und Treppenaufgang im östlichen EG-Teil vor. Im Zuge des Einbaus der Bodenplatte wurden die Hausanschlüsse an die öffentlichen Netze für Trinkwasser und Abwasser verlegt. Darüber sollte über der gesamten Gebäudegrundfläche ein weiterer Aufenthaltsraum eingebaut werden. Zum Einbau der Zwischendecke, die gleichzeitig das Gebäude aussteift, wurde die vormalige Trennmauer bis zur Hälfte des Erdgeschosses abgetragen. Die zuvor höher liegenden Böden wurden auf dieser Höhe wieder gemauert. Die Zwischendecke wurde ebenso wie die Treppe aus Beton vor Ort hergestellt. Zur Lagerung der Decke und der Abtrennung von WC und Hausanschlussraum wurden Innenmauern errichtet.

Durch den Raum im Obergeschoss(=OG) bedingt, war es erforderlich, die gewesene Dachform der zwei Satteldächer, die auf einer Trennwand auflagen, aufzugeben. Für die weit gespannte Dachkonstruktion, die auf den Mauerkronen der östlichen und westlichen Gebäudemauer aufsitzt, war es erforderlich, diese substanziell schwer geschädigten Bauteile wieder aufzumauern. Dabei wurden Beton-Ringanker eingebaut, auf denen die Schwellen der Dachrofen (was ist das?) ruhen. Das neue Dach hat seitlich Satteldachflächen, dazwischen aber ein Pultdach. Dabei ist das Pultdach in der Süd-Ansicht hinter den Staffelgiebeln nicht sichtbar, so daß die einstigen Dachansichten wieder hergestellt wurden. Das Dach wurde im mittleren Teil mit Kupferblech belegt, ebenso sind alle Dachanschlüsse an aufgehendes Mauerwerk mit Kupferblech gearbeitet. Die Seiten sind mit Hohlpfannen gedeckt.

Ein Fluchtweg führt aus dem oberen Raum über einen wieder errichteten Teil der einstigen Partonatsempore auf die Orgelempore. Die zugemauerten früheren Patronatsemporenzugänge wurden geöffnet und mit einer verglasten Fluchttür und Festfenster geschlossen, wodurch sich die Belichtung von Kirche und OG-Aufenthaltsraum verbesserte. Die Fenster in der Süd-Fassade wurden wie im ursprünglichen Zustand bleiverglast. Als Lüftungsmöglichkeit wurden in die OG-Fenster Lüftungsflügel eingebaut. Auch die Schwitzwasserabläufe wurden erneuert. Das OG wird zusätzlich über eine Dachfenster belichtet, das zugleich Dachausstieg auf das Pultdach ist. Aus Gründen der günstigen Zugänglichkeit wurden an den drei sich über den Anbau erhebenden Stützpfeilern der Kirche die Abdeckungen mit Biberschwanzziegeln erneuert und die schwerwiegendsten Fugenschäden des Mauerwerks ausgebessert. An dem im gleichen Bereich gelegenen westlichen Kirchenfenster wurden einige beschädgte Glasfelder erneuert. Die Mauern und Giebelstaffein wurden wieder hergestellt. Dazu wurden lose Bauteile abgetragen und neu gemauert, die klaffenden Mauerwerksrisse verfüllt, schadhafte Ziegel, auch Formziegel ausgetauscht und das Fugennetz ausgebessert, auch am Sockel aus vorgeblendeten Granitplatten.

Der Innenausbau des Daches erfolgte mit Wärmedämmung und doppelter Gipskartonbeplankung. Die Treppe erhielt ein Geländer, das Treppenloch eine Brüstung. Die Treppe und die Bodenflächen der Durchlässe zur Kirche erhielten Fliesenbeläge. Im EG und OG wurden alte Mauerflächen innen verputzt und die Fußböden nach Sperrung und Dämmung mit Elektroheizungen ausgestattet, die in Asphaltestrichen eingegossen sind. Der WC-Raum ist mit WC, Handwaschbecken, Lüfter und Frostwächter ausgestattet. Die Belüftung der Grundleitung und das Abluftrohr wurden in den Dachraum unter den Lüftungsfirst geleitet. Der Elektrizitätsanschluss wurde aus der Kirche in den Hausanschlußraum gelegt. Die Heizungen werden zonal über drei Thermostaten gesteuert. Als Innentüren wurden drei Sperrtüren eingebaut. Die erhaltenen originalen Eingangstüren wurden nach Überarbeitung wieder eingebaut.

Stralsund, 10.01.05,
Elmar Bodet Stralsund

Bericht der OZ vom 9. März dazu:

Patronatsanbau steht wieder

Eröffnung
Pastor Klaus-Christian Hirte in einer Tür des neuen Patronatsanbaus, nur Restarbeiten sind noch zu erledigen.OZ-Foto: MSC

Pantlitz. "Kleinigkeiten fehlen und gemalert muss auch noch werden", sagte gestern Klaus-Christian Hirte, Pastor in Ahrenshagen, als er die Tür zum Patronatsanbau der Pantlitzer Kirche aufschloss. Aus der Ruine ist mittlerweile ein sehenswertes Teilstück des Gotteshauses geworden. "Jetzt muss der frische Putz noch austrocknen und dann können wir mit den Malerarbeiten beginnen", so Pastor Hirte. Die Kirchengemeinde hat sich bereits an Vereine gewandt und sie gebeten, vielleicht mit finanzieller Unterstützung zu helfen. Wer jetzt die Treppe zum großen Raum im Obergeschoss des Anbaues hinaufsteigt, der kann durch ein Fenster in die Kirche sehen und durch eine Tür auf die Empore gelangen. "Das ist auch der Raum für ständige Ausstellungen", sagt Pastor Hirte. Er will Besucher über den slawischen Burgwall informieren und über die Geschichte der Pantlitzer Kirche. "Gleichzeitig geben wir auch gern Künstlern die Möglichkeit, hier ihr Bilder auszustellen", sagt der Ahrenshäger Pastor. Wer sich für eine solche Exposition interessiere, könne sich gern bei ihm melden. Vor allem aber möchte Hirte, dass Touristen von der Küste ins Hinterland kommen und sich die sanierte Kirche ansehen. Insgesamt wurden 100 000 Euro in den Wiederaufbau des Patronatsanbaues gesteckt, 80 Prozent davon wurden nach den Worten von Klaus-Christian Hirte gefördert.

Für die Innenausstattung fehlt in dem Patronatsanbau noch eine Spüle, sagte Klaus-Christian Hirte gestern, man habe bereits einen gebrauchten Herd von einer Spenderin bekommen, nun wolle man das Mobiliar komplettieren. Im Begegnungsraum wünscht sich der Pastor einen großen Tisch mit Stühlen. Da hofft er auf die Einnahmen aus dem kommenden Burgwallsingen, das in diesem Jahr am 18. Juni stattfinden soll.

Gleich zu den ersten Entdeckern der Pantlitzer Kirche gehörte die Kreisvolkshochschule Nordvorpommern. Sie will hier im September aktiv werden und bietet den Kurs "Landschaftsästhetik und Kulturlandschaftsgeschichte auf engstem Raum" in dem Abrenshagen-Daskower Ortsteil an.

Msc
ADAC läßt eine unserer Kirchen suchen
Der ADAC hat einen "Hanseatischen Touristik-Wettbewerb 2005 - Auf den Spuren der Feldsteinkirchen" ausgerufen. Die Unterlagen sind - spätestens - beim ADAC Hansa e.V., Amsinckstr. 39-41 in 20097 Hamburg zu erhalten. Wir geben im folgenden den Text der betreffenden Suchaufgabe wieder.

Suchaufgabe 18

Empfohlene Stempelstelle: Ql Tankstelle, Bad Sülze,
Am Alten Bahndamm 2, geöffnet: täglich 7 - 20 Uhr
oder "taun Borenstäker", Marlow, Am Markt 25,
Mo Ruhetag,
Okt-Apr 11.30 - 15 + 18 - 20 Uhr,
Mai-Sep 11.30 - 20 Uhr

Dieser Ort liegt etwa 5 km nordwestlich von Semlow und geht auf eine slawische Siedlung zurck, die wahrscheinlich im 8. Jahrhundert angelegt wurde. Auch der Ortsname, in alten Urkunden Trebow, ist slawischen Ursprungs. Die kleine Dorfkirche wurde als eine der ganz frühen Wehrkirchen, etwa zwischen 1210 und 1250, im westlichen Vorpommern vollständig aus Feldsteinen im romanischen Baustil errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch noch das Rundfenster am Ostgiebel.
Zuerst wurde der Chor als selbständiger Baukörper aus grob bearbeiteten Feldsteinen in Lagen errichtet. Das breitere Kirchenschiff wurde später gebaut, war aber bereits geplant, das wird deutlich an der Baunaht zwischen Chor und Kirchenschiff. Erstmals wurde dann beim Bau der ursprünglich 3 Portalen nun auch Backstein verwendet. Das nahezu vollständige Grundgerüst des hölzernen Glockenturms besteht aus Stämmen, die 1420 gefällt wurden, damit handelt es sich eindeutig um einen mittelalterlichen Turm. Seit 1998 werden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche und am Turm durchgeführt.
Dem Zisterzienser-Kloster Neuenkamp (heute Franzburg) diente die Kirche Anfangs als Mönchskapelle, bis im Jahre 1536 die Reformation eingeführt wurde und der Herzog von Pommern die Besitzungen der Klöster einzog.

Kirchenschlüssel kann bei ? geholt werden. Gottesdienst 2. + 4. So im Monat 10 Uhr.

A Wie viele Kreuze stehen oberhalb der Dächer?
B Bei welcher Familie kann der Kirchenschlüssel geholt werden?

Selbstverständlich halten wir geheim, um welche Kirche es geht. Herumirrenden Kraft- oder Radfahrern, die nach dieser Kirche suchen, wird jedes unserer Gemeindeglieder gerne den Weg zeigen.

Kirche Tribohm: Bericht der OZ

Tribohmer Kirche birgt alte Grabanlage

Tribohm. Auf eine Grabanlage vor dem Altar der Tribohmer Kirche ist man bei Sanierungsarbeiten gestoßen. Ein Experte vom Landesamt für Bodendenkmalpflege hat den Bereich jetzt erforscht.

"Angefangen hat alles damit, dass der Fußboden eingesackt ist", sagte Pastor Klaus-Christian Hirte, der selbst darüber erstaunt ist, dass sich in der Tribohmer Kirche eine Gruftanlage befindet. In der Gruft sind die Patronatsherren beigesetzt. Vom Landesamt für Bodendenkmalpflege sei man aufgefordert worden, die Arbeiten solange einzustellen, bis die Anlage aufgezeichnet und erfasst ist.

Diese Aufgabe hat Torsten Rütz übernommen. "Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern so gut wie keine Erkenntnisse über Grabanlagen in Dorfkirchen. Bislang ist dieser Bereich noch nicht erforscht worden", sagte der Fachmann, nach dessen Einschätzung vielleicht gar der Altar aus dem Mittelalter stammen könnte.

Mit den Arbeiten hatte Torsten Rütz zu Beginn der vergangenen Woche anfangen, am Wochenende fanden sie dann ihren Abschluss. "Wir graben hier nicht tiefer, als es für die Sanierung erforderlich ist, sagte Rütz. Pastor Klaus-Christian Hirte fügte hinzu, dass nach der Katalogisierung Estrich über die Fundstelle kommt, dann werden die Bauarbeiten fortgesetzt. "Damit versiegeln wir die Gruftanlage dann für die nachfolgenden Generationen", so Pastor Hirte.

Torsten Rütz kann schon einige Forschungsergebnisse vorlegen, er geht davon aus, dass vor dem Altar der Kirche in Tribohm 14 Personen bestattet worden sein könnten. Die Gruftanlage selbst sei zeitweilig umgebaut worden. Sicher sei auf jeden Fall, "dass mehrere Schichten Särge übereinander gelegt worden sind". Rütz erläuterte dazu, dass man bei solchen Gruftanlagen Eichenhölzer eingezogen habe, auf denen dann die Särge gelagert wurden. "Damit hat man vermieden, dass der darunter liegende Sarg zerdrückt wird", so Rütz.

Rütz hat bei seiner Arbeit auch verschiedene Mörtelproben eingepackt, an ihnen kann man dann feststellen, wie alt die Gruftanlage ist. Grabbeigaben oder andere Wertgegeständen habe man nicht gefunden. Das sei zur Entstehungszeit der Grabanlage nicht mehr üblich gewesen. Die Kirchengemeinde will demnächst die Arbeiten am Fußboden fortsetzen, im Frühjahr soll er fertig sein.

MSC

Redaktionelle Ergänzung

Bekannt war, daß es in der Tribohmer Kirche das von Thunsche Erbbegräbnis gibt, von dem der Chronist Methling sagt, es sei 1840 vermauert worden. Unbekannt war bisher, ob es sich um eine ehemals begehbare Gruft handelt und wo das Bauwerk liegt. Wie die Bilder zeigen, befinden sich im Altarraum mehrere verfüllte Räume. Neben Ziegelmauerwerk gibt es auch Feldsteinmauerwerk.

Die Grüfte
Bild: Hirte
Gerrit van Honthorst: Anbetung der Hirten

Die Nacht im Stall und das Dunkel der Geschichte

Altargemälde aus dem vorpommerschen Pantlitz als Werk des niederländischen Malers Gerrit van Honthorst identifiziert

Von Raimund Nitzsche

Pantlitz/Schwerin (epd). Es ist dunkel im Stall. Nur von dem neugeborenen Kind geht ein übernatürliches Leuchten aus. Maria neigt sich über es und hebt seinen Kopf an. Vier Hirten und Joseph betrachten die Szene, teils geblendet vom Licht, teils nachdenklich und anbetend.

Jahzehntelang führte das Gemälde mit den Hirten im Stall von Bethlehem ein Dasein im Verborgenen, hing unerkannt in den pommerschen Dorfkirchen von Pantlitz und Zarnekow. Es soll sich um das teuerste Gemälde innerhalb der pommerschen Landeskirche handeln. Denn das Bild ist ein bislang unbekanntes Werk des niederländischen Barockmalers Gerrit van Honthorst (1592-1654). Diese These stellte die heute in Italien lebende Kunshistorikerin Ricarda Gutsch in ihrer in Greifswald entstandenen Magisterarbeit auf.

"Honthorst zählt zu den bedeutendsten niederländischen Malern des 16. und 17. Jahrhunderts", erklärt Gutsch. Vor allem seine Nachtbilder, machten ihn schon während eines längeren Aufenthaltes in Italien bekannt. Dort gab man ihm deshalb den Beinamen 'Gherado delle Notti'. "Mit diesen Bildern hat er auch solch bekannte Zeitgenossen wie Peter Paul Rubens beeinflusst", so die Kunsthistorikerin.

Blick in die Restaurierungswerkstatt
Blick in die Restaurierungswerkstatt

So häufig wie kaum einer seiner niederländischen Kollegen hat er sich zudem biblische Geschichten als Thema seiner Bilder gewählt, allein mindestens fünf Mal die Anbetung der Hirten im Stall. Diese hängen heute unter anderem in den Uffizien in Florenz und dem Kölner Wallraf-Richartz-Museum.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hing eines von Honthorsts Hirtenbildern in Pantlitz. Die Patrone, unter ihnen Adelaide Antoinette Louisa von Mecklenburg, hatten es als Altarbild für die 1869 erbaute Dorfkirche gestiftet. In welcher Sammlung es vorher hing, bleibt mangels Unterlagen wohl unbekannt.

"Das Bild hat seither eine Menge durchgemacht", sagt Landesrestaurator Frank Hösel. So könnte ein 75 Zentimeter langer Riß auf einen Einbruch von Jugendlichen Ende der 60er Jahre in die damals vor dem Abriß stehende Kirche zurück gehen. Auch hätten neben solchen deutlichen Mißhandlungen auch unbekannte "Fachleute" zu verschiedenen Zeiten ihre Spuren auf dem Bild hinterlassen und das Bild damit verändert. "Irgendwann wurde die Leinwand sogar auf eine Hartfaserplatte aufgeklebt", erzählt er. Dabei schlug das Bild Blasen. Und diese seien mit einem Bügeleisen bekämpft worden. Die ganze oberste Farbschicht wurde so in Mitleidenschaft gezogen. In mühevoller Kleinarbeit hat der Restaurator diese und andere Schäden des Gemäldes beseitigt. "Entrestaurierung" nennt er selbst seine Arbeit.

Dabei stieß Hösel auch auf die Originalsignatur Honthorsts und das Entstehungsjahr 1622. Zusätzlich fand er aber noch eine zweite Signatur: "Irgend ein Spaßvogel hat Rembrandts Unterschrift in die Farbschicht geritzt", erzählt er. Wer dafür verantwortlich war - und was dieser Mensch damit bezweckte, bleibt wohl für immer ungeklärt.

Auf Spekulationen über den finanziellen Wert des Gemäldes mag sich die Kunsthstorikerin Gutsch ebensowenig einlassen wie der Restaurator. "Grundsätzlich sind Werke wie dieses kaum zu schätzen", meint Hösel. Das im gleichen Jahr entstandene Hirtenbild, das heute im Wallraf-Richartz-Museum Köln hängt, war 1985 beim Londoner Auktionshaus Christies für 155.000 britische Pfund versteigert worden und wird heute auf rund 400.000 Euro geschätzt.

Doch steht ein Verkauf des Kunstwerkes nicht zur Debatte. Statt dessen soll das bislang unbekannte Meisterwerk bald einen Ehrenplatz in der Gemäldegalerie des Pommerschen Landesmuseums finden, berichtet Pfarrer Klaus-Christian Hirte, der die Idee für die wissenschaftliche Untersuchung des Bildes hatte. Für die Pantlitzer Dorfkirche wird als Ersatz eine Kopie des Bildes angefertigt.

epd ost nit
Gruß zum Neuen Jahr

Geleit für 2005

Die Jahreslosung soll uns durch das ganze Jahr hindurch begleiten.

Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
Lukas 22,32

Das Jahr 2005 wollen wir mit unserem Pantlitzer Altarbild begrüßen. Die "Anbetung der Hirten" setzt auf ebenso schlichte wie überwältigende Weise den Glauben an den Mensch gewordenen Gott "ins Bild". Dieses Glaubensbild ist eines der überzeugendsten der Kunstgeschichte. Wer in der Fülle des Alltag Probleme hat, seinen Glauben wirksam werden zu lassen, dem kann dieses Kunstwerk helfen, weil es den Glauben erlebbar und unvergeßlich macht.

Ihr Pastor Klaus-Christian Hirte

Anbetung der Hirten
© Pfarramt Ahrenshagen, 30.12.2004