Angesichts immer erneuter Gewalttaten in unserem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Kirchenleitung der Pommerschen Kirche mit einem Schreiben an alle Kirchengemeinden gewandt.
In dieser Erklärung heißt es:
"Ich will kommen und die strafen, die Gewalt und Unrecht tun den Armen, Witwen und Waisen und die Fremdlinge drücken und mich nicht fürchten, spricht Gott, der Allmächtige."
Maleachi 3,5

 
Mit Schrecken, Zorn und Entsetzen hören wir, dass immer wieder Obdachlose und Wehrlose, Flüchtlinge und Fremde von gewalttätigen, meist jungen Mitbürgern geschlagen, getreten, gequält und sogar ermordet werden.
 
Das ist böse, unmenschlich und gottlos!
 
Brutale, gesetzwidrige Gewalt zerstört die Gesellschaft. Wir müssen uns wehren. Wir wollen nicht Gefangene unserer eigenen Angst und Ratlosigkeit werden, und das lähmende Gefühl der Vergeblichkeit darf uns nicht dazu bringen, wegzusehen und zu schweigen.
 
Polizei und Gerichte, Politiker und die öffentliche Meinung, Eltern und Lehrer, aber auch wir Einzelne sind herausgefordert, jedem Aufruf zu Hass und Gewalt, erst recht aber jedem Ausbruch von Hass und Gewalt entgegen zu treten.
 
Wir bitten die Gemeinden unserer Kirche:
Hört nicht auf zu beten, für die Opfer und gegen die Gewalt. Übt Gerechtigkeit ohne Furcht, damit ihr nicht mitschuldig werdet an bösen Taten.
Denn:
"Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe kein Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten."
 
gezeichnet:
Eduard Berger
(Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche)
© Pfarramt Ahrenshagen, 15.09.2000